25 Kurzgeschichtenideen (aus 25 Genres)

Bild: Der Leser

25 Kurzgeschichtenideen (aus 25 Genres)
Ein Blog von Maximilian Wust



In diesem Blog gebe ich nun Tipps für andere Schriftsteller, was ich eigentlich gar nicht darf. Ich bin kein großer Autor, ich bin kein guter Autor. Genau genommen ist die Romanschreiberei für mich nicht viel mehr als ein Nebeneinkommen. Daher bitte ich darum, meine Tipps nicht als einen goldenen Weg ins Leben als kreativer Schreiber zu sehen, sondern bestenfalls nur als Anregung – nicht mehr.


 

Kleine Starthilfen
Starthilfen, also Ideen anderer, die zu eigenen inspirieren sollen, sind in der Design-Branche Gang und Gäbe. Es gibt ganze Bücher, die nur diesem Zweck dienen (Jim Krause ist in der Hinsicht ein google-fähiger Begriff). Bei Geschichtenerzählern ist das nicht anders: Stephen King wurde nach eigenen Aussagen von Italo-Westernfilmen zu seinem Dark Tower-Zyklus inspiriert; Autoren wie Stephen Baxter und H.P. Lovecraft erzählten Geschichten ihrer Vorbilder weiter (Zeitschiffe und Die Eisphinx als Nachfolger von Die Zeitmaschine und Der Bericht des Arthur Gordon Pym) und den Twilight-Romanen gelang es in unglaublicher Geschwindigkeit ein eigenes Genre um den vampire boyfriend ins Leben zu rufen.

Genau das soll dieser Blog jedenfalls nun auch schaffen, also als inspirative Starthilfe zu dienen (ein eigenes Genre zu gründen, wäre aber auch toll).

Was gleich folgt, ist eine kleine Sammlung an Kurzgeschichtenideen aus 25 Genres. Jede dieser Plotskizzen ist so konzipiert, dass man aus ihr eine Story von etwa 2-10 Word-Seiten mit Arial 10 und 1,5-fachem Zeilenabstand erstellen kann (aber auch einen Roman, wenn man will, oder einen 15-teiligen Zyklus, wenn man zu den ganz Verrückten gehört).

Ach ja, sollten meine Ideen unklar und schwer nachvollziehbar sein, kann ich eine oder alle (ist ja eine gute Übung) ausformulieren. Sollte ein Genre fehlen (was der Fall ist), bitte Bescheid geben und ich entwerfe dazu gerne eine Idee. Eine bessere Übung zum Brainstorming hat man sonst nur in der Pressestelle der Piratenpartei 😉

Sämtliche Ideenvorschläge gibt’s übrigens auch als praktisches PDF: DOWNLOAD!



Hiermit hast du offiziell die Erlaubnis, die Ideen vollständig nach eigenen Vorstellung und Wünschen zu nutzen, zu kopieren, verändern und auszuarbeiten. Wenn du mein Pseudonym als Inspiration nennst, wäre ich dir dankbar, ist aber nicht notwendig.



Bild: Charlie Chaplin

Popcorn Stories (von Komödie über Action bis Drama):
Lass uns Spaß haben!




Slapstick bedeutet in erster Linie, sich über etwas im Lästerniveau lustig zu machen und das geht am besten mit Dingen, die so absolut nicht du sind! Erschaffe also zuerst dein exaktes Gegenteil als Protagonisten: Gegenteiliges Geschlecht, gegenteilige politische Einstellung, soziale Umgangsart, Moral, Lieblingsfarbe – finde, was dich aus deiner Sicht ausmacht und dreh‘ es um! In meinem Fall wäre mein Gegenteil eine Olga. Sie ist überdurchschnittlich klein, strohblond, sehr ruhig, sehr bodenständig, schon fast unheimlich normal, hasst alle Künste und hält im Allgemeinen wenig von Treue. Und ist tot. Denn während ich diese Zeilen schreibe, bin ich nach biologischen Maßstäben am Leben. Okay, sagen wir, dein Gegenteil bis auf Lebendigkeit, Augenlicht, Vorhandensein eines Gehirns, Anzahl Beine und Arme usw. Wie sieht diese deine Olga aus?

Sie oder er wird eines Nachts von Außerirdischen entführt. Ganz klassisch, per hell erleuchtetem Traktorstrahl aus dem Schlafzimmer (mitsamt Wecker, Bettdecke und sonstige Kleinteile) und findet sich nackt (oder aus Gründen der allgemeinen Höflichkeit in Unterwäsche) auf einem OP-Tisch wieder. Warum wird rasch klar: Er oder sie soll den Aliens taktische Informationen zur Menschheit preisgeben (wie die wichtigsten Militärstützpunkte, Namen aller Generäle und sämtlicher Staatsführer, exaktes Gewicht aller Menschen zusammengerechnet und vieles mehr, was absolut niemand wissen kann).

Der Grund dafür ist, ganz schlicht, eine bevorstehende Invasion. Die beiden Aliens – WG-Kumpels und gnadenlose Faulpelze – arbeiten nämlich in Teilzeit für einen interstellaren Schnell-Unterwerfungsservice und haben sich in eine ziemlich verzwickte Situation gebracht: Vor dreißig Jahren bestellte ein Kunde eine versklavte Zivilisation ohne Extras und bezahlte, wie für Invasionsdienstleister üblich, bereits im Voraus. Die beiden (langlebigen) Außerirdischen ließen sich seitdem Zeit, was sie aber nicht daran hinderte, das Geld für allen möglichen Blödsinn auszugeben (wie z.B. eine Sonne mit 1030 Tonnen Eiskrem zu löschen). So eine Zivilisation, sagten sich die beiden, wird ja wohl nicht so hart zu unterwerfen sein, vor allem mit Antimaterie-Waffen.

Nun aber wird die Zeit knapp: Wenn die beiden Jung-Eroberer nicht innerhalb von einer Stunde liefern, müssen sie das Geld, das sie nicht mehr haben, zurückgeben. Ein eroberter Planet muss her, dafür ist die primitiv-doofe Erde wie geschaffen und das wiederum muss der Protagonist verhindern. Besagter Kunde nennt sich nämlich Krathnuugg Weltenwüster-Rassenvernichter – „bloß der Nachname seiner Mutter“, wie die beiden Außerirdischen beschwichtigend anmerken – und das klingt nicht unbedingt nach jemandem, dem man gehören will. Die Hauptperson muss die beiden Entführer also überzeugen, austricksen oder überwältigen, um die Erde zu retten. Und nach Möglichkeit noch an einen Rückweg denken. Und außerdem nicht an den Dingen scheitern, die das Gegenteil von dir selbst sind!

Schreibe die Geschichte vom klassischen Weltentretter wider Willen und nimm dich dabei bloß nicht ernst!




Otto – benannt nach dem ersten deutschen König, leider aber zu oft verglichen mit dem Komiker – gewinnt doch glatt im Lotto. Und zwar genug, um sich endlich sein Lebensziel zu erfüllen: Also, Drogen, Nutten und Partys für den Rest seines Lebens und ein Swimming Pool, den er mit jedes Wochenende Calpirinha füllen lassen wird. Doch auf dem Weg dorthin scheint sich alles gegen ihn verschworen zu haben: Das Auto bliebt liegen, dem Bus fallen die Reifen ab, Straßen werden wegen Gaslecks gesperrt und vieles mehr. Zuerst sind das noch alltägliche Kleinigkeiten, wie z.B. eine alte Frau, die die Rolltreppe versperrt, wodurch er eine U-Bahn nicht erreicht oder ein Taxifahrer, der noch meint, dass er kein Navi braucht und sich einfach mal ein paar Kilometer weit verfährt, doch umso näher Otto seinem Gewinn kommt, umso abstruser werden die Hindernisse. Fast als würde ihn eine Gottheit ganz gezielt daran hindern wollen, Millionär zu werden. Aber warum? Oder ist doch einfach alles nur Zufall?

Sorge jedenfalls dafür, dass Otto auf dem Weg zum Lotto eine kleine-große Erkenntnis über sich und das Leben widerfährt – notfalls, indem ihm das Schicksal einen Leitkegel über den Kopf stülpt, den er erstmal nicht mehr loswird.




Hannes, 26 Jahre alt, Sternzeichen Widder, totaler Fan von Waffen, ohne je eine besitzt zu haben, ist ein Handymensch. Sein ganzes Leben richtet sich an und um sein Smartphone. Es ist seine Uhr, sein Terminkalender, sein Lexikon, sein Fernseher, sein Einkaufszettel und könnte man Siri heiraten, hätte er es schon getan. Da fällt es plötzlich aus, gnadenlos und einfach so, und Hannes hat auf einmal Kontakt mit einer alten, böswilligen Bekannten: Der Realität. So muss er auf lustige Art den Dingen stellen, die für einen normalen Menschen alltäglich sind – wie z.B. einen Ort ohne Google Maps zu finden. Dazu muss man doch glatt Passanten fragen, ganz steinzeitlich.

Eine kleine, lustige Sinnsuche als Kritik an einer Gesellschaft, die sich so unglaublich weit von ihrem Naturzustand entfernt hat. Erzähl aber nicht nur von Nachteilen! Technologie und Fortschritt haben tatsächlich auch ihren Nutzen.




Ein Krimi im bayrischen Stil: Kommissar Hablinger, das Adlerauge vom Chiemsee ist ein gnadenlos guter Ermittler. Der manchmal etwas gemütliche, dem Weizensaft zugetane Polizist glänzt vor allem durch eine Fähigkeit: Er erkennt Details, die sogar kaum der Forensik auffallen. Mit Brotkrümeln im Bett, ungewöhnlichen Wimpern an einem Handtuch im Schmutzwäschekorb und einem Faden am Fußabstreifer hat er schon Mörder überführt. Doch nun steht er vor seinem härtesten Fall: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat eine seiner vier Töchter die Weihnachtsplatzerl seiner Mutter verputzt – und das nicht nur aus dem Affekt! Auf den ersten Blick gibt keine Beweise, kein Indiz, nicht einmal eine Spur, der man nachgehen könnte. Nur Platzerl, die fehlen. Hier hat jemand mit kaltblütigem Kalkül geplant und gehandelt, wie dem „Adlerauge“ nach einer ersten Untersuchung bewusst wird.

Kann Kommissar Hablinger den Täter überführen? Oder hat er tatsächlich seinen Meister gefunden?

Eigentlich sollte ich eine Auflösung dir überlassen, als kreative Herausforderung, aber widerspricht dem tiefsten Innern meines Glaubens, spannende Fragen zu stellen und keine Antworten zu liefern (so lernte ich nämlich die TV-Serie LOST hassen). Daher hier nun die Idee einer Auflösung: Kommissar Hablinger überprüft akribisch jedes noch so kleine Indiz, was seine Frau wieder einmal zur Weißglut bringen würde, wenn sie es nicht schon gewohnt wäre, dass ihr Mann das Leben als einen einzigen Kriminalfall sieht. Auf seiner Suche entdeckt er schließlich einen entscheidenden Beweis: Jemand hat Beweise aus seinem Mund entfernt und zwar mit einer Gäste-Zahnbürste, die der Ermittler im Müll findet. Kluger Schachzug, denn so kann man anhand der Bürste niemand verdächtigen, aber, so versteht er jetzt, der Täter hat ein Gewissen. Andernfalls hätte er einfach eine andere Zahnbürste benutzt und den Verdacht gelenkt. Er gräbt tiefer und es gelingt ihm, seine Tochter Marlene zum Geständnis zu überreden. Sie ist das Klügste aber auch Warmherzigste seiner Kinder … und in diesem Fall nur ein Strohmann für den wahren Täter, denn sie hätte niemals sämtliche Platzerl geschafft. Da wird es Kommissar Hablinger klar: Sie wurde bestochen! Von jemandem von außerhalb!

Er gräbt noch etwas weiter, findet auf dem Fußabtreter vor der Tür einen Zweig, den es in der Gegend nicht gibt und stellt den Übeltäter, den Puppenspieler hinter der Platzerl-Verschwörung: Seinen Bruder Siggi! Dieses kriminelle Genie besuchte die Familie zur Tatzeit, fand jedoch nur Marlene auf, die gerade alleine Hausaufgaben machte und konnte plötzlich seinen berühmten Heißhunger für Süßkram nicht mehr kontrollieren. Alle Beweise der Tat wurden vernichtet, die einzige Zeugin bestochen, nur die Zahnbürste nicht korrekt entsorgt. Das war sein Fehler!

Überführt tut Siggi das, was jeder Bayer nach einer Niederlage tut: Er spendiert dem Sieger ein Bier. Dann noch eins und noch eins und noch eins, bis Kommissar Hablinger nicht mehr fahren darf.




Vorbei, verweht, nie wieder – so beschrieb der Dichter Kurt Tucholsky seine Begegnungen in der Großstadt. Und auch, wenn das Gedicht schon hunderte Male in eine Kurzgeschichte verpackt wurde, können wir es ruhig noch einmal versuchen, dieses Mal als Liebeskomödie (oder Romcom, wie man inzwischen dazu sagt).

Malli, kurz für Margarete (was sich nicht logisch erklären lässt), begegnet in der S-Bahn einem sehr typischen Problem der Pendler: Der letzten Seite. Ihr Buch ist fertiggelesen, kein Ersatz verfügbar, ihr Halt vierzig Minuten entfernt und der Handy-Akku leer. Sie hat also keine Wahl, als die nächste Zeit in der Realität festzusitzen. Da erscheint ein besonders interessantes Exemplar von Mann im Waggon, tauscht kurz mit ihr einen sympathischen Blick aus und setzt sich sogar zu ihr. Aber statt ein richtig süßes Hallo von sich zu geben, zieht er ein Buch und vergräbt sich darin. Und Malli beginnt, jede Kleinigkeit an ihm einem Sherlock Holmes gleich zu analysieren (und dabei gleich mit jedem Mal mehr und mehr überzuinterpretieren).

Als Beispiel: An seinem Finger sieht sie den verblassten Abdruck eines Eherings. Er ist geschieden und das noch nicht lange. Wahrscheinlich eine Jugendfreundin. Er sah gut aus, sie sah gut aus, er entwickelte sich weiter, sie blieb einfach nur aussehend. Inzwischen wünscht er sich jemanden, mit dem er seine Gedanken teilen kann. Und wenn sie wie ein Akkordeon aussieht!

Er trägt teure Casualwear, verdient also gut, aber seine Uhr bekommt man für fünf Euro in jedem Laden um die Ecke. Sie muss persönlichen Wert haben, vielleicht die Uhr, die ihm sein Vater schenkte, drei Tage bevor er starb. Als nächstes entdeckt Malli ein paar graue Haare und stellt sich vor, wie er, der zeitlose Schönling, geschockt vor dem Spiegel stand und sein erstes graues Haar entdeckte, wie er tagelang grübelte, sich sogar schon die Haare färben wollte und nach künstlichen Haarimplantaten googelte (weil graue Haare ja automatisch ein Vorzeichen für Haarausfall sind), nur um am Ende unter Tränen dem Verfall des Alters gegenüber zu resignieren.

So geht es weiter und mit jeder Analyse wird es auf lustige Art schlimmer. Der hübsche Unbekannte – irgendwann nennt sie ihn Drake – war in Afghanistan, wie eine Narbe über seinem linken Auge verrät. Er verlief sich als Kind in einer Höhle und stolperte tagelang blind durch die Finsternis, weshalb er jetzt ein Leben unter freiem Himmel vorzieht – sagt zumindest sein gebräunter Teint. Er wurde als Kind entführt, von seiner psychotischen Tante, um sich einer gruseligen Sekte in den Bergen anschließen und musste sich nach der Flucht tagelang bis zur Zivilisation durchschlagen. Das stellte sein Weltbild für immer auf den Kopf, was ihn heute zu einem belesenen Sinnsucher macht – denn kein so hübscher Mann liest oder fährt mit der Bahn. Außerdem –

„Willst du mich nicht einfach nach einem Date fragen?“, sagt Vielleicht-Drake und bringt damit die etwas zu phantasievolle Malli aus dem Konzept und die Geschichte zu ihrem Ende.

Alternativ kannst du auch erzählen, wie er einfach aufsteht und die Bahn verlässt. Eben nach dem Gedicht von Tucholsky: Vorbei, verweht, nie wieder.




Marco liebt Mame. Anders kann er es nicht beschreiben. Sie ist witzig, auf eine schwarze Art, voller Sarkasmus, unabhängig, stark, aber auch einsam und voller Misstrauen, hinter dem sie ihren vielen Narben verbirgt. Alles, was sie braucht und will, ist jemand, dem sie vertrauen kann, nachdem sie so oft verraten und verkauft wurde. Marco möchte dieser jemand sein … aber sie weiß nicht einmal, dass er existiert. Er würde es ihr ja mitteilen und sich ihr sofort offenbaren – er weiß sogar schon genau, wie er das machen müsste, um ihr Herz zu gewinnen –, aber da stellt sich ihm noch ein Problem in den Weg: Mame ist nicht real. Sie ist eine Nebenfigur aus seinem Lieblingsmanga und existiert als eine Anordnung aus geschwungenen Tuschelinien.

Erzähle von der Beziehung zweier Menschen, die durch die größte aller Grenzen getrennt werden: der Realität. Das uralte Drama von dem Versuch, in einem Luftschloss leben zu wollen – durch dich in modernes Gewand gehüllt.




Versuchen wir mal das Browsergame Canabalt als Kurzgeschichte: Woher sie kommen oder warum sie es tun noch was sie eigentlich sind, spielt keine Rolle, jedoch beginnen zwei deformierte, hundert Meter große Kreaturen – halb Roboter, halb organisch – Chicago mit Energielanzen und Raketengranaten dem Erdboden gleich zu machen. Der Protagonist (benannt nach den ersten zwei Prominenten, die dir auf Anhieb einfallen – meiner heißt z.B. Keanu Eschbach) kann nur knapp von seinem Arbeitsplatz fliehen, bevor dieser in einem Energiestrahl zerstäubt wird. Von jetzt an muss er laufen. Er flieht, rennt und springt, aus dem Zentrum bis an den Rand der Stadt, während diese in Flammen und Zerstörung aufgeht. Straßen bersten, Häuserschluchten verbrennen, Fassaden zerschmelzen, Gebäude stürzen ein, dazwischen Menschen, Fliehende, Tote und Sterbende. Und mit jeder Minute wird es schlimmer. Lass Helikopter einschlagen, lass die Airforce verzweifelt gegen die Zerstörer anrennen (bzw. –fliegen), bevor hunderte Raketen wirkungslos den Himmel mit Kondensstreifen zerschneiden. Von Chicago ist bald nur noch eine apokalyptische Landschaft übrig. Dazwischen der Protagonist.

Die wichtigste und eigentlich einzige Bedingung: Bis zum Ende seiner Flucht bekommt die Hauptperson und mit ihr der Leser keine ruhige Zeile. Wenn sie sich ein Auto nimmt, dann hat sie noch im selben Satz den Motor gestartet. Wenn dieses gegen ein anderes knallt, ist er spätestens in der nächsten Zeile ausgestiegen, noch mit Glassplittern im Gesicht. Das ist, was Canabalt ohnehin aussagen will: Wer stehenbliebt, hat verloren!




Über Sex schreibt heute jeder. Jede zweite 15-jährige bastelt sich eine Fan-Fiction, in der ihre Lieblings-Youtuber zusammen in die Kiste springen, jeder dritte 16-jährige textet von bebenden Brüsten und das ist auch gut so. Was heute Teenager liefern, ist jedem Marquis de Sarte überlegen (keine Übertreibung). Trotzdem zwingt uns das, abseits dieser festgetretenen Pfade zu wandeln. Wie wäre es daher mit einer erotischen Kurzgeschichte mit ohne Erotik? Klingt unmöglich? Dann los!

Julian, der Jul, ist 15 Jahre alt und wie jeder andere Jugendliche: unsicher, neugierig, voller Energie und stets pleite. In seiner Freizeit sieht er Youtube, spielt Call of Duty und Minecraft und träumt die meiste Zeit von einer Freundin. Als er eines Freitags die Hausaufgaben vergisst (also absichtlich nicht macht und einfach hofft, dass es niemandem auffällt, wegen Wochenende und so), landet er beim Nachsitzen und das ausgerechnet bei Frau Alexandra Jontes, der hübschesten Lehrerin der Schule. Diese kann tragen, was sie will, vom Rollkragenpullover bis zum Mantel und bleibt trotzdem immer noch kurvig. Und ihr Gesicht – das ist, als wäre es von Musen aus Elfenbein geschnitzt (Zitat von irgendeinem uralten Autor aus Weimar, den sie mal im Unterricht zerpflücken mussten).

Während des Nachsitzens geschieht schließlich das, wovon so einige Schüler 15+ immer träumten: Er und Frau Alexandra Jontes nähern sich an. Sie reden zuerst ein wenig miteinander, scherzen, da sagt Jul einen Satz, der irgendwie trifft (sowas wie: „Eigentlich sind doch Erwachsene genauso unsicher wie Jugendliche – sie tun nur so, als wären sie’s nicht mehr.“). Sie verfällt in diese berühmte Sekundenstarre, in der eine Frau verführbar wird. Julian will sie küssen, sie würde es auch zulassen, das verstehen beide und schon im nächsten Moment haben sie Sex. Und zwar, ohne Sex zu haben.

Ab jetzt wird es schwer: Julian würde sich auf sie stürzen, ihr das Höschen gleich unter dem Rock ausziehen, sie auf die Schulbank hieven und mit ihr schlafen, weiß aber, dass er das nicht schaffen wird. Sie würde ihn passieren lassen, sich nehmen lassen, es lustvoll genießen, weiß aber, dass sie das nicht darf. Er würde sie bestätigen und vergöttern, sie würde ihn die Jungfräulichkeit nehmen und erfüllen. Das jedoch können sie nicht und es wird auch nie geschehen, aus tausend Gründen. Was den beiden bleibt, sind lüsterne Blicke, unerfüllte Seufzer, Phantasien, die nur mit Augenkontakt ausgetauscht werden, ein Höhepunkt ohne jede Berührung.

Beschreibe also einen Sex ohne Sex! Verwende nicht einmal das Wort und rette dich auch nur selten als möglich in den Konjunktiv (also, so wie ich es gerade getan habe: „Er würde in sie an sich drücken, Becken an Becken, sie nehmen, …“ – das macht zwar Spaß, ist aber zu einfach!). Versuche „implizierende“ Satzabfolgen wie z.B. „Jul holte tief Luft, seine Finger fuhren über den Tisch, zuerst sanft, dann bestimmt und fordernd. Dabei fletschte er die Zähne, ganz von selbst, aus einem Impuls heraus. Sie antwortete, legte den Kopf in den Nacken und ein tiefer, alles durchdringender Seufzer entrang ihrer Kehle.“ Als würde man ein Zimmer durchs Schlüsselloch tapezieren.

Das Ende überlasse ich vollkommen dir. Ist dieser aktlose Akt nur ein Anfang einer Beziehung, die ohne alles geführt wird, was man als Beziehung definiert? Oder folgt eine peinlich berührte Rückkehr in ihre Leben, die ferner nicht sein könnten? Nur bitte, lass es nicht einfach Sex sein! Das wäre – laut Stephen King – ein Verrat am Charakter der Geschichte.



Bild: Limos

Descents (von Fetisch bis Horror):
Lass uns in Abgründe blicken!



Hier gilt dasselbe wie auch für die Erotik: Ein einfach nur sexuell ausgelebter Fetisch ist zu einfach und gab es schon zu oft. Seit 50 Shades of Grey weiß ohnehin so ziemlich jeder „Vanilla“ wie Bondage und SM funktionieren (oder auch nicht, aber das ist eine andere Geschichte). Wie wäre es daher auch dieses Mal mit einem Fetisch ohne Geschlechter?

„Held“ der Geschichte ist eine Person des Geschlechts, das du begehrst (wird aber der Formulierung wegen nur noch als die Hauptperson bezeichnet). Die Hauptperson ist nach außen hin langweilig. Nicht hässlich, nicht schön, nicht spießig, nicht nerdig, sondern einfach ohne Aussage. Seine Arbeitskollegen kennen ihn als typisch teilnahmslosen Büroarbeiter oder sie als die typisch langweilige Büromaus, über die es nichts zu wissen gibt. So glauben sie jedenfalls.

Denn hinter der Fassade ist die Hauptperson arachnophil, Spinnen erregen sie sexuell. Um diese Lust zu befriedigen, züchtet sie in ihrem Hobbykeller mehrere Hundert Große Winkelspinnen (deine Aufgabe: Google die Biester!) in einer Anordnung aus schubladenartigen, selbstbelüfteten Terrarien. Jeden Samstag geht sie in diesen Zuchtkeller, in eine darin abgetrennte Kammer, zieht sich aus und lässt eine der achtbeinigen Ladys, manchmal zwei, manchmal mehr über ihren nackten Körper laufen. Ihre Berührungen, wie tausend und doch keine, ihr unvorhersehbares Wesen, ihre gerechte Gnadenlosigkeit, mit der sie jedes ihrer Opfer hinrichten – nichts konnte die Hauptperson bisher solche Befriedigung erfahren lassen.

Nun, zu Beginn der Geschichte, will sie einen noch größeren, noch intensiveren Höhepunkt erleben und hat auch schon für die nötige „Liebhaberin“ gesorgt: Eine Powerfrau, eine riesige Goldene Seidenspinne, illegal aus Mexiko eingeflogen und über einen zwielichtigen Tierhändler gekauft. Schon als die Hauptperson mit ihr in die Kammer steigt, zittern ihre Finger vor Erregung. Kaum ist die Spinne frei und auf der Haut, bietet sie alles, was die Hauptperson wollte und noch viel mehr. Die Beine wie Widerhaken, haarig und doch scharf wie ein Dolch, der Körper kräftig, aber grazil und schnell und schön. Ein Goldstück, dem Füße gewachsen sind. Die Hauptperson erwartet eine Flucht, Bisse in die Hand, wie von den Winkelspinnen, was die Seidenspinne aber nicht tut. Sie ist mutiger, bleibt und erkundet, wie eine winzige Kriegerin, die einen gewaltigen Liebhaber erklimmt. Der Akt entwickelt etwas Gegenseitiges …

Beschreibe den arachnophilen Fetisch, als wäre es deiner! Ins Detail, so wie du dir den perfekten Sex vorstellst – nur eben mit einer Seidenspinne anstatt mit deinem Idealpartner! Erzähle, wie die Hauptperson Stück für Stück zum Höhepunkt kommt, was und wie es ihre Erregung steigert, sie hyperventiliert und schließlich von einer allesvernichtenden Ekstase verschlungen wird.

Ab jetzt wird es abstrakt: Der letzte Teil ihrer Fetischreise ist surreal. Die Hauptperson, nun im ekstatischen Delirium, durchquert die Phantasien der Arachnophilie. Sie träumt von einem dunklen Land aus Fäden und Kieferklauen, von Spinnen, die sie umschwärmen, in ihr Netz weben und abtransportieren. Über schwarze Schluchten voller Netze, durch Tempel aus weißen Fäden. Sie träumt von einer achtbeinigen Göttin oder achtbeinigen Gott, die Hauptperson an sich heranzieht, mit haarigen Beinen festhält und sich mit ihr vereint. Sex mit einer Riesenspinne – für jeden der Stoff, aus dem Alpträume gemacht werden; für die Hauptperson die größte aller Phantasien; für dich hoffentlich der schwierigste Teil dieser Geschichte.

Als die Hauptperson wieder in der Realität aufwacht, hat sie die Seidenspinne zerquetscht.




Wer gute Thriller schreiben will, muss seiner eigenen Finsternis begegnet sein.

So heißt es jedenfalls und daher tun wir das nun auch, bevor du ans Werk gehst: Schreibe einen Menschen, in den du dich verlieben könntest! Gib ihm jene Eigenschaften, nach der du in einem Partner aussuchst: Groß, klein, nerdig, bodenständig, witzig, nüchtern, gutaussehend, unscheinbar, arbeitslos oder voll im Leben – was immer dir gefällt oder gefallen könnte! Füge nun noch ein ungewöhnliches Extra hinzu! Das bisschen Verrückt, das echte Menschen einfach ausmacht. Zum Beispiel ist dein sportlicher Traumprinz nebenher ein Sammler von Amiboo-Figuren oder dein schüchternes Kuschel-Nerdgirl zeichnet und liebt gerne Yaoi-Mangas, also süße Jungs, die Jungs süß finden. Addiere zuletzt eine Schwäche! Sagen wir, der Traumprinz kommt gern mal zu spät und die „Nerdine“ plappert planlos vor sich hin, wenn sie nervös wird, wodurch sie schon einigen Leuten Dinge erzählte, die diese wirklich nichts angehen.

Lass dir beim Erstellen Zeit. Geh nochmal alle Faktoren und Attribute durch! Bist du soweit? Traumpartner fertig? Gut, und jetzt lass uns diesen Charakter umbringen!

Zu Beginn der Geschichte schwebt den Traumpartner in einem Zustand aus Sein und Nicht-Sein. Als würde man am Wochenende allmählich vom Schlaf in den Wachzustand wechseln. Er oder sie will sich kratzen, da bemerkt der Protagonist, dass er da nicht kann. Etwas hält ihn! Stricke! Nein, Fesseln! Realisiert er noch und ist mit einem Mal hellwach. Er oder sie findet sich an einen Stuhl gefesselt wieder, irgendwo in einem Keller ohne natürliches Licht. Die Hauptperson erinnert sich kaum daran, wie sie hierher kam, aber jemand überfiel sie wohl (sie weiß nicht mal mehr, wo) und schnürte ihr mit einem Draht die Kehle zu, bis es dunkel wurde. Aber da war noch etwas Nasses, ein Lumpen, der nach Pfeffer und Früchten roch. Chloroform?

Auch wenn das im Moment das kleinste ihrer Probleme darstellt: Kaum ist sie nämlich erwacht, erscheint auch ihr Entführer aus einer Feuerschutztür. Dieser ist unerwartet anders, nicht das Klischee vom Sadisten mit verwirrtem Blick, sondern ein freundlicher, gutaussehender Businessman Mitte Vierzig. Sportlich, hochgewachsen, eine Art Christian Grey, der sogar im Maßanzug das Verlies betritt. Mord, Folter oder Vergewaltigung sind allerdings gar nicht seine Begierde – er nennt sich selbst vielmehr einen Erzähler und schaltet mit routinierten Bewegungen mehrere Mikrofone ein. Leider enden jedoch seine Geschichten immer tragisch.

In diesem Sinne hat er deinem Traumpartner, während dieser noch schlief, „ein Prolog war“, bereits einen ganzen Beutel voller Alpha-Amanitin injiziert, dem DNS-zerstörenden Giftstoff aus Knollenblätterpilzen. Bis morgen wird der Protagonist tot sein, erklärt der Erzähler, ohne jede Chance auf Rettung. Dann setzt er sich ihm oder ihr und beginnt zu erzählen: Mit außerordentlicher Menschenkenntnis erzählt er sich, seinem Opfer und angeblich 628 Zuhörern, wie dieses denkt, wie es reagiert, wie sich das Gift im Körper ausbreitet – als wäre er ein Radiomoderator des Todes. Wie dein Traumpartner reagiert, musst du beschreiben. Schreit er oder sie? Fehlt er um Gnade? Kämpft sie? Versucht er, zu verhandeln?

Mit dem Amatoxin hat der Erzähler nicht gelogen, wie sich bald herausstellt. Innerhalb der nächsten 24 Stunden geht es deinem Traumpartner zunehmend schlechter. Er erbricht, leidet unter furchtbarem Durchfall und Schüttelfrostattacken, wird immer wieder vom Erzähler gesäubert und gefüttert, bevor er in die sogenannte walking ghost-Phase eintritt, also in dem es ihm kurzzeitig wieder besser geht, bevor der Körper endgültig kollabiert. Jetzt könnte ihn nicht einmal mehr die Notaufnahme retten, erklärt der Erzähler und bindet den Protagonisten sogar los, bevor er sich wieder hinsetzt und weitererzählt.

Wie geht es weiter? Tötet dein Traumpartner den Erzähler? Wenn ja, lässt dieser das einfach geschehen und moderiert noch seinen eigenen Tod? Versucht er zu fliehen und ein Krankenhaus zu erreichen? Das sei dir überlassen! Bedenke nur eines: Keine Technologie und keine Medizin von 2016 kann eine Amatoxin-Vergiftung im Endstadium heilen. Diese Geschichte endet mit dem Tod, ob du davor ausblendest oder nicht.




Der Ich-Erzähler ist ein Serienmörder. Oder möchte es wenigstens werden – als Rache für ein Leben, das er der Hölle nicht näher beschreiben kann: Da waren Eltern, die man kaum als solche bezeichnen kann. Mitschüler, die ihm stets nur Verachtung schenkten. Lehrer, die das sogar noch förderten. Arbeitskollegen, die ihn bestenfalls belächelten, bevor man ihn aufgrund einer bedeutungslosen Nichtigkeit entließ. Jetzt, nach einem Jahr aus Einsam- und Arbeitslosigkeit ist alle Geduld, die der Protagonist hatte, der Verachtung gewichen. Er ist müde. Er will sterben. Aber wenn, dann nicht, ohne wenigstens eine dieser abscheulichen Kreaturen vernichten, die ihm das angetan haben. Und vielleicht, so hofft er, erwacht so die grausame Seite, die ihm bisher immer fehlte, um sich gegen die Welt durchsetzen. Jetzt, am Ende der Erträglichen, will er in seinen eigenen Abgrund blicken und als ein Monster sterben.

Schon seit Jahren phantasiert er von einem Mord. Wie, das entscheidest du: Vielleicht sieht er sich auf LiveLeak Hinrichtungen und Tötungen an, schreibt Mordphantasien, zieht sich stundenlange Slasherfilm-Marathons rein, treibt sich auf Fetischforen herum oder hat auch schon eine streunende Katze lebendig seziert – so etwas in der Art. Bis es nicht mehr reicht. Er fährt los, bis ans andere Ende des Landes und schreitet dort zur Tat. Wieder musst du entscheiden: Wartet er dort in Parkhäusern auf Opfer? Ködert er eine Prostituierte in sein Auto oder auf sein Hotelzimmer? Wie geht er es an, um schließlich das zu tun, was schon so lange überfällig ist: Ein Leben zu beenden.

Erzähl von diesem Abstieg in die Finsternis, von der Planung bis zur Tat! Wie fühlt es sich an, einem Menschen aufzulauern, ihm nachzustellen, sein Leben mit Gewalt auszulöschen, die größte aller Sünden zu begehen und dem Dämon zu begegnen, der angeblich in uns allen lauert? Öffnet man eine Tür, die man nicht mehr schließen kann? Befriedigt man eine Lust, an die kaum ein Orgasmus heranreicht? Oder trifft der Protagonist sogar dabei auf die Reste seiner Menschlichkeit, die ihn rechtzeitig wieder zurück ins symbolische Tageslicht führen? Finde es heraus!




Alles ist fort.

Die Einfamilienhäuser am Stadtrand, die schönen Brunnen am Hauptbahnhof, der Prolet in seinem BMW, die Flüchtlingszüge zu Beginn, das vom Typhus gezeichneten Lager am Ende, die Briefe von den letzten Angehörigen. Der Krieg hat sie alle fortgeschwemmt. Alles, was nun noch bleibt ist es, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die das getan haben: Den Feind.

Der Krieg gegen ihn wird sich heute entscheiden. So sagt man es zumindest dem Soldaten Thomas und dem Rest seiner Einheit, als der Feind alle noch verfügbaren Truppen zusammenzieht und auf ihre Position zu marschiert. So wie Thomas‘ Seite alles, was sie noch entbehren kann, dort sammelt. Zwei Armeen stellen sich zur finalen Schlacht.

Schreibe diese in drei Phasen: Zuerst haben es Thomas und seine Kameraden noch leicht. Sie sind die Verteidiger, der Feind unorganisiert und verzweifelt. Ihre Offensive gleicht einer Hinrichtung und Thomas kann das tun, wovon er seit Wochen träumt: Feinde töten, sie für alle Gräuel bestrafen und schlachten. Doch so viele auch ins Sperrfeuer laufen, sie scheinen nicht weniger und auch nicht weniger todesmutig zu werden: Eine Welle nach der anderen wird im Kugelhagel niedergemäht, aber trotzdem reißt der Strom der Angreifer nicht ab. Wie das Klischee der Lemminge, die sich zu Tausenden ins Meer werfen.

Schließlich bricht die erste Einheit durch, ausgerechnet noch mit Flammenwerfern, und richtet gewaltiges Chaos bei den Verteidigern an. Das ist die zweite Phase: Chaos. Die Lage gerät sofort außer Kontrolle, die Panzerartillerie schlägt dann auch noch in den eigenen Reihen ein, Kameraden töten sich in Verwirrung gegenseitig. Chaos, in dem auf einmal nichts mehr einen Sinn ergibt! Thomas tötet, wird verletzt und tötet weiter. Er stolpert durch Krater und Pfützen, wird von einem Panzer gejagt, der gleich darauf in Flammen aufgeht; sieht einen Trupp feindlicher Soldaten, die Verletzte aufsammeln, bevor ein Feldkommissar erscheint und die Verwundeten erschießt. Bevor Thomas diesen und alle anderen mit einer gezielten Salve tötet. Explosionen rauben ihm fast das Gehör. Qualm verdunkelt den Himmel, bevor das Gefecht und jede Ordnung und Ehre darin vergehen.

In der dritten Phase marschiert Thomas allein über ein höllenähnliches Feld. Da sind Feuer, blutiger Stacheldraht und entmenschlichte, lemurenartige Kreaturen. Panzer, die anscheinend ohne Besatzung fahren. Tote, die ihre zerborstenen Leiber aus dem Schlamm quälen. Alles, was Mensch war, ist fort. Die Schlacht ist längst zu einem Kampf um die Seele des Soldaten geworden. Kann er noch gewinnen? Oder wenigstens entkommen?

Bonuspunkt: Wenn du ihn wieder aus der Hölle entkommen lässt – wenn! – schenke Thomas einen kurzen Epilog, nur einen oder zwei Absätze!




Für einen richtig guten Horror würde ich dir empfehlen, nach einer der Urängste zu graben. Also, nicht die Angst vor Spinnen oder Schlangen, sondern etwas tiefer Verborgenes, nach Möglichkeit aus der Kindheit, wie die Furcht vor einer wütenden Mutter, einer mit Löcher übersäten Oberfläche (Trypophobie) oder vor dem Wasserboiler im Haus deiner Großeltern, der sich überraschend mit Lärm einschaltete. Daraus lässt sich aus meiner Sicht der beste Horror machen. Um nun eine Idee in diesem Sinne zu liefern, wähle ich das Thema Machtlosigkeit und mache daraus eine weitere Interpretation des Purple Man.

Er war einer von den Versuchen, bei denen eine verzweifelte Endzwanzigerin das Äußere außen vor lässt. Ernst, Anfang-Mitte Dreißig, ist aus Amelies Sicht zu hässlich und „zu grau“, um einfach nur auf Sex aus zu sein. Außerdem entpuppt er sich sogar als gar nicht uninteressant: Er ist klug, besitzt eine unglaubliche Allgemeinbildung und hat seine zwei Katzen besser abgerichtet als manche Hunde. Sie apportieren, machen Rollen oder holen kleine Gegenstände und das so präzise, als würde er es ihnen telepathisch befehlen. Genauso so ist es auch, offenbart er Amelie nach dem dritten Date in seiner Wohnung und dringt in ihre Gedanken ein.

Auf einmal ist sie eine Marionette. Sie kann nur noch zusehen und fühlen, wie er ihren Körper zuerst unbeholfen, dann zunehmend sicherer steuert, sie sprechen lässt und zu seinem Gefährt macht. Er lenkt sie gegen Wände, lässt sie tanzen, stolpert, über den Boden krabbeln und spielt mit ihrem Körper wie ein Kind mit einer Puppe. Du kannst hier auch eine Vergewaltigungsszene einbauen, allerdings sollte diese dann außerordentlich kreativ sein – ansonsten wirkt es schäbig. Als Ernst schlafengeht, sperrt er Amelie zuerst nur gefesselt und geknebelt im Keller ein; am nächsten Abend kann er sie einfach deaktivieren. Er lernt, durch ihre Augen zu sehen und seine Reichweite wird auch höher. Nach dem gemeinsamen Wochenende – das für sie zur Hölle wird – lenkt er ihren Körper bis nach Hause ohne seines verlassen zu müssen. Er meldet sie sogar bei ihrem Arbeitgeber ab, um noch mehr Experimente durchzuführen. Diese werden auch zunehmend grausamer: Ernst kämpft sich durch sämtliche ihrer Hemmschwellen, so dass sie sich selbst verletzen oder den Finger so tief in den Rachen schieben kann, dass sie erbricht. Er lässt sie Insekten verschlucken, verwundet sie, quält sie, schickt sie auf die Straße, um mit einem Obdachlosen zu schlafen und Schlimmeres (wühle da in deinen eigenen Abgründen!). Sie kann sich wehren, manchmal sogar losreißen, allerdings nie lange, bevor er wieder die Kontrolle gewinnt. Es reicht gerade einmal, um eine Freundin anzurufen, bevor Ernst in ihren Körper schlüpft und sich mit ihrer Stimme für ihr hysterisches Verhalten entschuldigt.

Zu unblutig für deinen Geschmack? Dann lass sie Menschen ermorden, die Ernst früher mobbten: Ehemalige Klassenkameraden, Arbeitskollegen, ein Schwarm, der statt Nein zu sagen ihn auch noch vorführte – so in der Art. Ich würde es allerdings der Herausforderung wegen ohne Morde versuchen.

Zum Schluss jedenfalls lenkt Ernst Amelie aufs Dach ihres Wohnhauses, wo er ihr mit Begeisterung davon erzählt, dass er durch sie gelernt hat, auch willensstärkere Menschen zu kontrollieren. Ein Topmodel als Bettgespielin oder ein Konzernchef als Geldgeber werden bald keine Herausforderung mehr darstellen. Lediglich sein Versuchskaninchen muss davor noch entsorgt werden. Er lässt sie also einen Abschiedsbrief auf ihre Facebook-Pinnwand schreiben und über die Brüstung laufen.

… oder versucht es wenigstens. Wie wäre es mit einer Wendung? Meine Idee, obwohl mir lieber wäre, dass du selbst eine findest: Zwei, drei Schritte vor dem vermeintlichen Selbstmord schaltet sich plötzlich ein weiterer „Puppenspieler“ ein und hält Amelie an, kontrolliert sogar Ernst, spielend, und tritt schließlich persönlich in Erscheinung. Er und der Katzenfreak wären sogenannte Osiriten, ein uraltes Geschlecht aus Gedanken- und manchmal Weltenlenkern, die die normalen Menschen als Uscheptis, willenlose Arbeitswerkzeuge sehen. Exemplare wie Ernst, erklärt er seinen beiden Puppen, widern ihn dagegen an. Sie sind, was mit dem uralten Geschlecht der Osiriten falsch läuft und weil genau das schon zu oft zu Aufständen der Uscheptis führte, entsorgt man inzwischen alle, die die Fähigkeit missbrauchen. Es kommt zum Kampf, also einem inszenierten Ringen zwischen Ernst und Amelie, wobei Ersterer vom Gebäude stürzt und stirbt. Amelie ist jedoch noch nicht in Sicherheit: Der Höhere Osirit stellt sie vor eine grausame Wahl. Da niemand von den Osiriten erfahren darf (auch wenn ihr keiner glauben würde), wird er sie entweder mit über die Brüstung laufen lassen; ihren Verstand zerstören und sie sozusagen in einer Schockstarre hinterlassen, aus der sie nie mehr aufwacht oder sie dient bis zum Ende ihres Lebens den Osiriten als Gefäß.

Hier kannst du nun abbrechen. Ein offenes Trilemma kann sich auf unangenehme Weise in die Erinnerungen des Lesers einbrennen und ihn für Tage beschäftigen.

Wenn du aber trotzdem einen Epilog liefern willst, erzähl in einem letzten Absatz von einer erfolgreichen Geschäftsfrau, einer Macherin und gnadenlosen Siegerin. Sie hat einen beneidenswert tollen Mann, gut erzogene Kinder, ein wachsendes Vermögen und beeindruckend weitreichende Kontakte. Niemand erkennt in ihr noch das unscheinbare Mauerblümchen, das von einem Psychopathen fast ermordet wurde. Und niemand sieht, wie sie in ihrem Innern stumm um Hilfe schreit, während ihr Gefängnis, ihr Körper von Noth, dem körperlosen Herren und Begründer der Osiriten durch ihr Leben gelenkt wird.




Die Königsdisziplin.

Stell dir ein modernes Wunderland vor! Als würde Alice nicht in einen Kaninchenbau fallen, sondern das durch das Display eines Smartphones schlüpfen, wo sie dann auf ein Reich trifft, wo Handys von Bäumen aus Draht wachsen und rot-gelbe Leuchtreklamen-Yetis ihre Opfer mit endlos mit Burgern und Coca-Cola mästen.

Jenseits der glühenden Displaywälder, linksrechts neben der Silikon-Hügelkette liegt das Sternchentrendland, wo jeder berühmt ist. Über der verchromten Skyline erstreckt sich ein gelber Himmel, der – so sagt man – vom Großen Weißen Apfel selbst beleuchtet wird. Außer nachts, da muss das Firmament wieder an die Akkuladestation und die Flatscreenblumen öffnen ihre strahlenden Blüten. Dann dröhnt der Bass aus den tausenden der megageilen Partys bis hin zu den Bergen aus süßem Gletschereis. Aber es gibt auch Dunkelheit im Sternchentrendland: Die Leckeraunts zum Beispiel, Schnellfresslokale, deren Essen so gut ist, dass man nicht mehr damit aufhören kann, bis man an Verfettung stirbt; Glücklichkeitsgefühlzertrampler, auch Mobbler genannt, die Unvorsichtige mit Beleidigungen überschütten oder auch die Länder außerhalb der Neonblauen Mauer, Sand- und Eiswüsten, wo Chaos und Krieg herrschen.

Am Rand dieser Mauer – er kann sie schon fast sehen – lebt Oretzke. Auf seinem täglichen Weg vom Parkhausland zum Beton begegnet er eines Tages auf drei Würmern, die ihm von der Wahrheit hinter der goldenen Dornenkrone erzählen möchten. Aus Hilfsbereitschaft, aber auch aus Mitleid, denn jeden Tag wühlt Oretzke wie besessen im Asbest, um sie endlich zu finden. Die Hoffnung, sich irgendwann aus Versehen an ihr zu stechen, hält ihn am Leben und lässt ihn jeden Morgen sein Wohnauto verlassen. Doch jeder der Würmer eine eigene Version und diese widersprechen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch sich selbst.

Wofür steht die Krone? Wofür der Asbest? Schreibe eine von diesen Geschichten, die rein nach Theorie noch in dreihundert Jahren übertrieben bis ins Detail analysiert werden könnten. Schreibe deine Version von Alice im Wunderland! Nur mit mehr Beton!



Bild: Phantastik

Phantastik (von Fantasy bis Sci-Fi):
Lass uns in ferne Welten träumen!



Jacob ist ein Jugendlicher wie er nur sein kann: Er wünscht sich eine Freundin, er wäre gerne wahnsinnig beliebt, viel stärker und viel größer und hat keine Ahnung, was er mal mit seinem Leben anstellen soll.

Eines Morgens wird er nicht vom Wecker, sondern von einer Libelle geweckt, einer ziemlich großen, fast 30 Zentimeter, die ihm auch lieber in die Hand beißt, anstatt einfach abzuschwirren. Jacob staunt und hört auch nicht die typische Morgenroutine seiner Eltern und die Musik, die seine Schwester sonst immer im Badezimmer voll aufdreht, sondern lautes Vogelgezwitscher … und Gebrüll! Mit einem Schlag ist er hellwach. Sein Zimmer scheint über Nacht den Planeten gewechselt haben. Statt im ersten Stock in einem Vorort steht es auf dem feuchten Boden eines dichtes Urwalds. Die seltsamsten Pflanzen sprießen bunt und riesig aus dem Boden, monströse Insekten, manche so lang wie Arme, krabbeln durchs Unterholz und am Himmel zieht ein Flugsaurier seine Bahnen.

Als der Biss der Monsterlibelle schmerzt, versteht Jacob, dass das kein Traum ist.

Der Jugendliche kann sich kaum anziehen, da schaut bereits der erste Saurier in seinem Zimmer vorbei. Eine hundsgroße Echse, das Maul voller Reißzähne, sucht anscheinend nach einem Frühstück, als das Jacob ganz taugen würde. Sie jagt ihn durchs Zimmer, er kann nur knapp aus dem Fenster entkommen, wird durch den Dschungel gehetzt und schlittert einen Steilhang hinab.

So wird er den Saurier los, landet aber von der Regen in der Traufe: Am Fuß des Hangs wartet eine Gruppe aufrechtgehender Echsenmenschen, mit Speeren und primitiver Kleidung. „Das ist er! Das ist er endlich!“, brüllt ihr Anführer noch, ein besonders vernarbter Echsenmensch mit einem Rubinauge und sie stürzten sich freudeschreiend auf ihn. In Sekundenbruchteilen ist er gefesselt und wird abgeführt. Die Echsenmenschen kennen ihn, wie ihm gleich darauf von „Rubinauge“ erklärt wird. Auf „Jacob, dem Weichhäuter aus der Maschinenwelt“ ist nämlich ein Kopfgeld ausgesetzt worden … und das schon vor sechzig Jahren. Wer ihn lebend zum Basaltkönig bringt, muss sich für den Rest seiner Existenz um Geld keine Sorgen mehr machen.

Doch soweit kommt es nicht. In einem Tal voller Teergruben gerät die Jagdgruppe in einen Hinterhalt. Gestalten in schwarzer Holzrüstung (sogenannten Skulern, den „Geistern aus der Ersten Stadt“), die ebenfalls „Jacob aus der Maschinenwelt“ in die Finger kriegen wollen, umzingeln die Echsenmenschen und erklären ihnen knapp, dass zuerst der Teerkönig „Anspruch auf den letzten Schlüssel hat“.

Den Echsenmenschen ist das gleich und die Skuler machen ernst: Aus ihren schwarzen Mäulern speien sie  meterlange Rauchsäulen, die den Echsenmenschen einfach das Fleisch wegfressen, während sie selbst anscheinend nur durch Feuer zu verwunden sind. Die Jagdgruppe wird geradezu niedergemacht, der Kampf gerät außer Kontrolle, Jacob kann sich befreien und flieht.

Aber auch nicht weit. Ein Echsenmensch, vielleicht der letzte, jagt bis über den Rand des Teertals, sie rutschen gemeinsam ab und enden in einem Spinnennetz, das über einen ganzen Krater gespannt ist – zwischen den mumifizierten Überresten von Flugsauriern und Rieseninsekten. Seine Besitzerin entpuppt sich sogar als intelligent und gesprächig. „Als Spinne im Netz hat man viel Zeit zum Nachdenken“, erklärt eine Spinne in PKW-Größe in altmütterlicher Stimme. Leider hätte die Beute selten was Neues zu sagen, bemerkt sie und tötet den flehenden Echsenmenschen auf der Stelle. Bei „Jacob, dem letzten Schlüssel“ zögert sie. Einerseits wäre es ein Akt der Gnade, ihn gleich zu vergiftet und ein Genuss, ein Hochgenuss sein süßes Weichhäuterblut zu trinken, andererseits wäre er ja immer noch der letzte Schlüssel und der Zorn des Teerkönigs wäre nichts, was die Tochter der Ersten Spinne auf sich ziehen will. Sie ruft also die Skuler. In diesem Moment kann Jacob nach seinem Feuerzeug greifen und ihren haarigen Leib anzünden. Er geht sofort in Flammen auf, wie auch das Netz, das gleich darauf kollabiert. Jacob stürzt in den Fluss, der durch den Krater fließt.

Nach einigen verzweifelten Versuchen, ans Ufer zu gelangen, kann er sich an einem Ast festhalten, zerrt sich mit letzter Kraft an eine Böschung und würde dort am liebsten zusammenbrechen und sterben, würde da nicht auf einmal ein zierliches Mädchen vor ihm auftauchen. Sie ist keine Echse, aber auch kein Mensch, aber dafür wunderschön – mit ihrer weißen Haut, dem silbernen Haar und blauen Augen, so rein und schön wie Lapislazuli. Mala sei ihr Name, so spricht sie mit einer Stimme wie Honig, und sie wäre einer der Letzten vom Volk der Feen. Ihn dagegen kennt sie schon: Jacob, der Weltenwanderer, der letzte der acht Schlüssel … und zu wertvoll. Sie wirkt eine Art Zauber, Jacob ist sofort gelähmt und beginnt zu schweben, mit Mala, die gleich darauf dasselbe tut. Es tue ihr leid, bemerkt sie und scheint es wirklich so zu meinen. Jacob wäre endlich Weg aus ihrer Verbannung. Der Goldkönig erwartet ihn. Alle Könige erwarten ihn, aber er wird es wohl sein, der ihn in Empfang nimmt.

Damit endet die Geschichte.

Schreibe eine Geschichte, die das 1. Kapitel eines Abenteuerromans sein könnte. Bonuspunkte gibt’s, wenn du den restlichen Roman gleich mit dazu schreibst 😉




Ein klassisches Stilmittel des Sci-Fi war und wird immer das Logbuch sein. Lass uns das doch mal versuchen, ein Logbuch:

Der Tagebuchschreiber, eine namenlose Astronautin und einziges Besatzungsmitglied der UCF Ballatán, ist als Erkunderin auf einer einsamen Fünf-Jahres-Mission weit jenseits der von Menschen besiedelten Welten unterwegs – auf der Suche nach Rohstoffen, nach „dem ganz großen Ding“, aber vor allem auch, weil sie die Einsamkeit vorzieht.

Der erste Eintrag erzählt noch von ihren alltäglichen Problemen: Beispielsweise glaubte sie beim Masturbieren heute besonders feucht zu sein, bis sie feststellte, dass ihre Tage ein bisschen früher angefangen hätten und sie wie ein blutverschmiertes Mordopfer in der Koje lag.

Aber schon am nächsten Tag bzw. Eintrag entdeckt sie in einer verhältnismäßig kleinen Nebelwolke (mit einer Größe von „nur“ einem halben Lichtjahr) ungewöhnlich hohe, elektrische Aktivität und dringt in diese ein. Ein Fehler, wie sich gleich darauf herausstellt, den nur mehrere Tausend Kilometer im Nebel fallen die Navigationssysteme aus.

Die Astronauten irrt nun tagelang durch die sternenlose Finsternis. Blitze erleuchten ihr dann und wann den Weg. Eigenartige Effekte treten auf, die wohl auch ihr Computersystem beeinflussen. Einmal will es den Sauerstoff abpumpen, ein andermal spielt es einfach nur Musik ab, während sich der Nebel um das Schiff herum mehr und mehr mit Blitzen belebt. Hinzukommen eigenartige Träume, die die Pilotin nachts heimsuchen. Sie sieht die Entstehung von Sonnen und Planeten, die unbedeutend klein sind, nur Staubkörner. Ein andermal sind es Tiere, die wie Ameisen über die staubkorngroßen Welten laufen. Dann sind es Menschen. Sie bauen Hütten, sie ziehen Pflanzen, Acker und Städte, sie fliegen mit einer Rakete zum Mond. Nach jedem dieser Träume erwacht die Astronauten mit furchtbarem Kopfschmerz und fühlt sich wie nach einer anstrengenden Vorlesung: als hätte sie mehr Wissen aufgenommen, als ihr Hirn schafft.

Die Effekte aus dem Nebel werden plötzlich aggressiver. Kraftstöße prallen gegen das Schiff, der Computer verweigert zunehmend den Dienst, die Astronautin muss ihn mit Tricks neustarten und den zunehmend fremdenfeindlichen Nebel mit improvisiertem EMP (Elektromagnetischem Puls) fernhalten.

Mehr schlecht als Recht und auch nur, bis sie sich auf einem Friedhof wiederfindet: Drei andere Schiffe, zwei Transporter und ein Erkunder wie ihrer, ruhen zerborsten in einer Art Blase im Nebel. Die die Protagonistin ebenfalls nicht mehr verlassen kann, wie sie rasch bemerkt. Ganz gleich wie viel Energie sie in die Triebwerke pustet, die Wände der Blase halten sie mit geballtem Magnetismus zurück. Nach ein paar Fluchtversuchen, wobei der letzte fast ihr Schiff zerrissen hätte, und einem Spaziergang in eines der Wracks (der nichts ergab, weil anscheinend die Besatzungen geflohen sind), geht der Nebel in die finale Phase über: Seine Wände heizen sich auf, er reibt am Schiff, es zerrt und bricht und berstet. Die Astronautin kann sich nur knapp in einen Raumanzug retten, was den Nebel aber nicht weniger aggressiv macht. Zum Schluss zerrt er sie mit extremen Geschwindigkeiten durch Wände aus Licht und beginnt, sie aufzulösen.

Auch wenn sie nicht stirbt. Die Astronautin spürt, wie sie zum Nebel wird. Nicht zu Nebel, sondern zum, der ganzen Wolke. Anders kann sie es nicht beschreiben. Sie denkt wie der Nebel, eine uralte, interstellare Lebensform, sie sieht durch seine Augen, entdeckt seine Erinnerungen. Sie verschmilzt ihm, erkennt sie noch, genau wie alle anderen, die sich in ihn hinein wagten. Dann fällt das automatische Logbuch aus.




Samuw ist alt geworden. Die ergrauenden, schwindenden Haare sind für den Elfenbeinhändler aus dem Süden ein Zeichen, das etwas dem Ende zugeht, das er noch weiter genießen möchte. Er will nicht alt werden. Als ein bereister Handelsmann verzichtet er auf alle Quacksalber und selbsterklärten Hexer, sondern wendet sich sofort denjenigen zu, die das ewige Leben tatsächlich erreicht hatten: den alten Herren, wie man sie nannte, den Adv, die einmal über das Leben geherrscht.

Über sie ist nur noch wenig bekannt, aber angeblich kontrollierten sie mehrere Reiche, auch den Süden, indem sie loyale Könige mit Lebenszeit versorgten – stets nicht unbegrenzt, sondern nur genug, um sich ihre Treue zu sichern. Doch dann verschwanden diese Lebensspender, scheinbar grundlos, ihre unsterblichen Marionettenkönige starben am Alter und sie wurden zu Legenden und Märchen. Heute sieht man sich noch in Wandreliefs, erzählt sich Geschichten, kackt in von ihnen gebaute Kanalisationen oder streitet sich um Grenzen, die sie damals zogen. Wer sie wirklich waren, scheint jedoch vergessen worden zu sein.

Nachdem Samuw nun einen Großteil seines Vermögens und weitere Jahre der Suche investiert hat, konnte er die einstmalige Hauptstadt der Adv ausfindig machen: Was der Wind noch nicht zerfressen hat, liegt in einem kargen Land im Norden, unter Schnee begraben und zwischen Wänden aus blauem Eis. Dort konnten die Adv anscheinend in Abgeschiedenheit herrschen, ohne je Gefahr zu laufen, von einer Armee angegriffen oder von Pilgern gefunden zu werden.

Samuw und seine Männer arbeiten mit größter Mühe und großen Verlusten dorthin vor, finden die Ruinen der Unsterblichen und steigen in ihre Gewölbe hinab, wo sie anscheinend unheilige Magie am Fleisch von Tieren und Sklaven wirkten. Was sie dabei erschufen oder wenigstens ihre entstellten Nachkommen, bewohnen sogar noch die alten Hallen und machen Samuws Truppe das Vorankommen schwer. Hier kannst du einen Angriff von scheinbar unverwundbaren Kreaturen schreiben oder von weise gewordenen Hütern, die die Sünde ihrer Schöpfer bewachen und vergessen lassen wollen. Oder von garstigen, entmenschlichten Monstern, die sich nur noch entfernt an das erinnern, das sie einmal waren und einzelne Silben von sich geben, vielleicht sogar um Hilfe rufen, bevor sie sich auf ihr Opfer stürzen.

Schließlich aber gelingt es Samuw – allein oder in Begleitung – in den innersten Tempel der Adv, die Nie Vergänglichen Hallen, vorzudringen. Diese machen ihren Namen alle Ehre: Nichts kann dort vergehen. Sie wirken so, als wären sie nie verlassen worden. Auf goldenen Tellern wartet sogar noch warmes, dampfendes Essen, vielleicht sogar der letzte überlebende Adv (dessen Art über die Jahrtausende einen bizarren Charakter entwickelt hat) und in der Hauptkammer eine Antwort:

Die Unsterblichkeit der Adv wurde mit den Lebensjahren anderer, also Sklaven, Verurteilter und Kriegsgefangener erkauft, indem man ihre Körper zu essbaren, roten Lebenssteinen „destillierte“. Das war es auch, das die Adv von ihren Marionettenkönigen forderten: Lebende Menschen, Tausende davon. Die aus ihnen gewonnene Unsterblichkeit machte sie zuerst als eine Art Nebenwirkung unfruchtbar, was mit den Jahren ihre Zahl verkleinerte, durch Unfälle, gegenseitige Morde oder in Aufständen unterdrückter Völker. Die wenigen, die ein Jahrtausend an Leben erreichten, verloren schließlich allen Reiz daran. Sie hatten bis dahin alles versucht, sogar jedes Verbrechen und jede Sünde und nahmen selbst die schlimmsten Ereignisse nur noch als schwache Sinneseindrücke wahr. Zum Schluss begrüßten sie den Tod, jeder auf seine Art. Der eine ließ sich in einer übergroßen Gebärmutter zum Fötus „verdauen“ und dann lösen, der andere verwandelte sich in ein Monster, fraß seine Diener und floh in die Eiswüste, ein wieder andere ließ sich zu einem Lebensstein verarbeiten – der Untergang des Adv-Imperiums war eine Reihe an kreativen Selbstmorden.

Am Ende der Geschichte steht Samuw vor einer Grube mit tausenden Lebenssteinen (die ebenso viele Leben gekostet haben) und muss sich entscheiden: Wird er die Unsterblichkeit annehmen? Wenn ja, wird er eines Tages die Sterblichen lenken so wie zuvor die Adv? Oder unerkannt, als stiller Chronist, die Zeitalter vorüberfließen sehen?




Mal eine Komödie: Als kleiner Junge besucht Prinz Iddi (richtig: Idenfreyr III.) den angeblich einzigen echten Wahrsager des Landes. Dieser, so erklärt er ihm, kann auch nicht wirklich in die Zukunft sehen, sondern hört sich einfach nur alle Fakten an und kombiniert daraus den Ausgang, der am wahrscheinlichsten ist. Daher ist er eigentlich auch kein Seher, sondern ein Weiser, aber für einen Kupferling mehr, tut er das sogar im dunkelsinnigen Kauderwelsch der Wahrsager. Iddi bezahlt, fragt unbedacht nach dem Zeitpunkt seines Todes und erhält folgende Prophezeiung: „Dein letzter Augenblick als Mann wird jener sein, an dem zwölf Distelfinken im selben Wimpernschlag den Raum verlassen. Das ist die einzig logische Konsequenz deiner Taten.“ Für diesen Mist lässt der junge Prinz den Wahrsager verprügeln, lebt aber trotzdem die nächsten Jahre in großer Vorsicht.

Und groß bedeutet, dass er etwas paranoid reagiert. Niemand darf einen Käfig mit Stieglitzen (oder auch Distelfinken genannt) ins Schloss bringen, er setzt sogar ein Kopfgeld auf sie aus, bis ihn alle Idenfreyr den Federnhassenden nennen.

Die Jahre vergehen, Iddi erlebt seinen 18. Geburtstag und soll an diesem Tag auch gekrönt werden, da passiert es! Die Fürsten des ganzen Landes kommen, dazu große Händler, Kriegshelden, die wichtigsten Priester und ein Bauernlümmel, der sich sowieso jede Woche ins Schloss schleicht, weil er ständig Wetten verliert. Iddis Vater, der alte König – der erst mit 89 einen Sohn bekam, dafür aber 792 Töchter und einen Drachen, der in seiner Höhle im Norden auf einen Helden wartet, der ihn erschlägt – stottert zuerst noch eine Rede und schläft wieder einmal mittendrin ein, da bemerkt Prinz Iddi unter den Gästen einen wichtigen Druiden der Nordstämme … an dessen Mantel ganz dekorativ zwölf tote Distelfinken hängen! Wenn er den Saal verlässt, versteht Iddi, muss er sterben, was er natürlich zu jedem Preis verhindern will.

Es kommt also zu einer Reihe verrückter und peinlicher Geschichten im Wettlauf um Prinz Iddis Leben. Zuerst will er z.B. dem Druiden den Mantel abkaufen, der diesen aber mit seinem Leben verteidigen würde, dann will er den Aushilfs-Miraculix davon überzeugen, doch hier im Saal zu übernachten (also für immer), er überlegt ihn einzukerkern (in der Halle) oder ihn als Dekoration an die Wand zu hängen. Er erklärt ihm die Lage, was den Druiden nur noch wütender macht (er hasst Logiker – Logiker sind der natürliche Feind jeden Glaubens). Schließlich reicht es dem Zottelbart, so dass er sich einfach in zwölf Distelfinken verwandelt und durchs Fenster flieht. Prinz Iddi erstarrt.

Idee einer Auflösung: Der Prinz sieht bereits sein Leben zu Ende gehen, erwartet schon einen Blitzschlag oder herabstürzenden Balken oder wütenden Wahrsager auf Rachelaune, da erwacht sein tattriger Vater wieder aus dem Schläfchen und offenbart ihm, dass er übrigens verheiratet wird, an Svinhilda, die grobschlächtige, trollartige Prinzessin des mächtigen Nordreiches. Diese, mehr Bestie als Frau, befindet sich sogar schon unter den Gästen und nimmt den zukünftigen Gemahl gleich in die Arme. Zärtlich wie sie sagt, während Iddi kaum noch Luft bekommt, denn als kleines Mädchen habe sie mit ihrem Vater immer Bären erwürgt und wäre seitdem ein bisschen grob geworden.




Cthulhu ist toll. Ich liebe Cthulhu, das Internet liebt Cthulhu, jeder liebt Cthulhu, aber nur kaum jemand in Deutschland schreibt darüber. Wie wäre es von daher mit einer Fan-Fiction über die Großen Alten?

Es ist der Anfang des 20. Jh.: Malen Harrow, Prokurator am Naturhistorischen Museum im London, besucht seinen Mentor in einem Dorf vor Leicester. Der kauzige, unglaublich kreative und kluge Professor hatte sich schon vor Jahren in den Ruhestand zurückgezogen, um nach eigener Aussage „dieses Loch aus der Antarktis“ zu erforschen. Nun gelang ihm wohl ein Durchbruch und er rief mehrere seiner ehemaligen Schüler zu sich, um mit ihnen „Wissen zu teilen, das älter als der erste Mensch ist“ – in einem ohnehin seltsam, leicht wahnhaft verfassten Brief, wie Malen bemerkte, ihn aber neugierig machte.

Damit beginnt die Geschichte: Dass Malen berufsbedingt erst vier Tage später abreisen konnte, ist Glück, denn im Haus des Mentors scheint etwas Bizarres stattgefunden zu haben: Dort herrscht der Wahnsinn. Einer der ehemaligen Schüler ist tot, sein Inneres hat sich scheinbar verflüssigt, die anderen sind  wahnsinnig, einer kaum noch ansprechbar, ein anderer über alle Maßen aggressiv. Es gibt auch keinen Rückweg mehr: Als Malen fliehen will, friert die Tür ganz einfach zu. Der Prokurator verliert fast einen Finger, als er den Knauf nicht loslassen will. Was bleibt, ist die Flucht nach vorne.

Malen arbeitet sich an den verrücktgewordenen Kommilitonen vorbei und in den Keller, wo er endlich seinem Mentor begegnet. Oder was von ihm übrig ist. Mehrere Stielaugen, wie von Krebsen, wuchern ihm aus der Stirn; seine Haut ist grünlich blass wie von einer Wasserleiche; er stammelt in seltsamen Sprachen und hat den Keller mit sonderbaren Götzen gefüllt, die wohl Kreise darstellen sollen. Oder Löcher. Irgendetwas stimmt mit ihnen nicht. Allein der Anblick frisst sich in Malens Seele, lässt ihm schwindelig werden. Da findet der Mentor, der zuerst noch apathisch von einem Fleck zum andern taumelte, wieder zu Verstand und offenbart ihm ein bizarres Geheimnis …

Eine Expedition habe ein „Loch“ aus der Antarktis mitgebracht, einen Stein mit – tatsächlich! – einem faustgroßen Loch, in das es anscheinend endlos tief hinab geht. Also tiefer, als der Stein groß ist, wie eine Art Fehler in der Realität! Durch dieses, so erklärt der Professor, könne man am Wissen sogenannter „Alten“ teilhaben. Die einzige Hürde ist, dass nur wenige Sekunden der Exposition ausreichen, um einen Menschen wahnsinnig zu machen. Nur etwas zu viel und die Nerven zerschmelzen. Hier kommen die ehemaligen Schüler ins Spiel: Sie sind Versuchsobjekte, um die genau richtige Dosis zu übermenschlicher Weisheit herauszufinden. Mit diesen Worten überwältigt der Mentor Malen mit einem elektrischen Viehsporn, fesselt ihn an einen Stuhl und will ihn zwingen, in das „Loch“ zu sehen. Dabei beschwichtigt er ihn noch: Die letzte Versuchsperson konnte detailgetreue Sternenkarten zeichnen und in Hunderten Sprachen sprechen, bevor sie den Verstand verlor. Mit etwas Glück wird Malen ein überirdisch kluger Genius …

Kann Malen entkommen? Oder verliert er den Verstand? Oder mach es doch wie der Cthulhu-Erfinder H.P. Lovecraft selbst und überleg dir eine dritte Möglichkeit!

Ach ja, wichtige Regel in (fast) all seinen Werken: Es geht nicht einfach nur schlecht aus. Es gibt aber auch niemals ein Happy End. Niemand entkommt dem Horror, sobald er einmal in die Angelegenheiten der älteren Wesen verstrickt war.




Dieser Blog hat eigentlich keinen Zweck, außer die Funktionen der Website zu testen. Er könnte aber trotzdem lesenswert sein.




Die menschliche Zivilisation ist nicht mehr. Eine verheerende Eiszeit brach über die Erde herein und löschte sie aus. Tote Wälder säumen die Ränder erfrorener Städte und versinken gemeinsam im Schnee. Hier und da ragen noch Straßensperren oder Fahrzeugkolonnen aus dem Eis – die stummen Zeugen eines raschen Untergangs. Die Skelette von Hochhäusern wirken wie Nesterkolonien riesiger Insekten.

Pavel, einer der letzten Überlebenden durchstreift die erfrorenen Ruinen nach Essen, anderen Menschen und etwas Hoffnung, seit Jahren. Als er eine Einkaufsmeile durchsucht und andächtig vor einem DVD-Regal hält, bemerkt er eine Gruppe Roboter. Sie wirken wie die Arbeitsmaschinen, die man früher benutzte, nur „wilder“: Als hätten sie sich mit allem, was sie finden konnten, repariert und selbst um nicht ganz identifizierbare Vorrichtungen erweitert. Pavel bleibt außer Sichtweite, folgt ihnen aber. Sie durchsuchen das Einkaufszentrum nach Bauteilen, wie es scheint, also nach Plastik, Aluminium und Mikrochips, bevor sie Kupferdrähte aus der Wand ziehen und wieder abziehen.

Pavel folgt ihnen bis vor die Stadt zu einer Art Fabrikanlage, mehr eine Ansammlung aus Stangen, Kabeln und Platten, die so gar nicht menschlich wirkt. Als hätten die Roboter einfach wahllos Material zusammengeschraubt. Bei dem Versuch, sich anzunähern wird Pavel bemerkt und sofort gejagt. Schwer begreifliche Gebilde bzw. an das Gelände angepasste Spinnenroboter schießen aus dem Schnee und stellen ihm nach. Sie feuern relativ ungenau mit Harpunen auf ihn, machen ihre mangelnde Präzision aber mit Hartnäckigkeit wett, reißen Dächer von Ruinenhäusern, in denen sich Pavel versteckt und schicken kleine Versionen in den Bahntunnel, in den er flieht. Schließlich kreisen sie ihn ein. Er versteht, dass er nicht mehr entkommen kann und spritzt sich ein Blackout-Mittel, das den Körper kurzzeitig wie tot wirken lässt. Das Risiko, nicht mehr aufzuwachen, ist hoch, aber nur so kann er vielleicht überleben. Dunkelheit umfängt ihn.

Als er wieder zu sich findet, liegt er neben einigen Dutzend Skeletten in einem unterirdischen Massengrab. Männer, Frauen, Kinder und sogar Hunde wurden hier von der Kälte mumifiziert, nachdem man ihr Leben mit radikaler Gewaltanwendung beendete. Man zertrümmerte ihre Schädel, riss ihnen Gliedmaßen aus oder zerschmetterte ihre Brustkörbe. Die toten Zeugen eines Massakers der Maschinen! Da diese Pavel auch noch sämtliche Ausrüstung abgenommen haben, bevor sie seine vermeintliche Leiche entsorgten, hat er nun nur noch die Möglichkeit, hier zu erfrieren oder sich in die Roboterstadt zu schleichen und sie  zurückzuholen.

Was gelingt. Die Fehler, die ihn beim ersten Mal in die Falle tappen ließen, macht er nicht noch mal und wenig später betritt er die Megastruktur der Roboter, die so gar nichts Menschliches mehr hat. In ihr ist es furchtbar heiß, Licht ist rar, es gibt keine Absperrungen, keine Geländer, keine richtigen Treppen und Tunnels sind jeweils nur so hoch, wie sie sein müssen. Sich hindurchzuarbeiten ist eine Tortur. Dafür scheint man auch nicht mit Eindringlingen gerechnet zu haben: Alle Roboter gehen gleichgültig ihrer Arbeit nach. Niemand registriert ihn. Pavel kann spielend seine Ausrüstung finden (kurz bevor sie recycelt worden wäre) und wieder an sich nehmen, darunter auch seine Pistole (die bald schon eine Rolle spielen wird).

Im Zentrum der Megastruktur entdeckt Pavel schließlich, dass die Maschinen das Erbe der Menschheit angenommen haben. Auf ihre Art: Im innersten Heiligtum ihrer Maschinenfeste erschaffen sie einen Supercomputer, äußerlich eine überlebensgroße, künstliche Wirbelsäule, der Pavel nun in die Augen sieht bzw. in die Kameras.

Diese spricht sogar, wenn auch ausschließlich in betonungslos formulierten Tatsachen. Mit ihr zu sprechen, ist unangenehm, einfach weil es ihr an jeder Menschlichkeit fehlt. Die Toten im Massengrab waren z.B. Überlebende aus der Gegend, die wieder und wieder die Megastruktur angegriffen und bestohlen hätten. Nach einem besonders verheerenden Raub hatten die Maschinen schließlich beschlossen, das Problem ein für alle mal zu lösen und sie alle getötet. Selbstverständlich auch die Kinder, denn im adulten Stadium wären sie aus Verzweiflung ebenfalls zu Dieben geworden. Die Menschheit an sich hat für die Maschinen keinen Wert. Dass sie an ihrem Schöpfungsprozess beteiligt war, ist nur eine Tatsache und kein Grund, sie zu begnadigen. Sollten sich weitere Überlebende dem Expansionswunsch der Roboter in den Weg stellen, werden sie verdrängt oder getötet – wenn sie nicht ohnehin von selbst aussterben. Sind alle konservierten, vor-eiszeitlichen Nahrungsmittel aufgebraucht und die verbleibende Tierpopulation unter das Sättigungsniveau ausgedünnt, wird die Menschheit vergehen. So lautet die Analyse der „Wirbelsäule“.

Da spürt Pavel seine Pistole im Mantel: Er könnte also die „Wirbelsäule“ einfach erschießen und die Herrschaft der Maschinen beenden, bevor sie überhaupt begonnen hat. Noch einmal werden die Roboter so etwas nicht erschaffen, einfach aus Materialmangel und sich ihren Schöpfern anschließen. Oder lässt er sie „am Leben“, so dass wenigstens etwas mit Bewusstsein und Intelligenz die Apokalypse überdauern kann?




Man spricht von ihnen immer noch in einem gewissen Schrecken.

Auch wenn ihre Invasion schon achtzig Jahre zurückliegt, wer sie erwähnt, lässt immer noch das Gefühl des Horros mitschwingen.

Damals kamen die Erntemaschinen im wahrsten Sinne des Wortes vom Mond herabgeschwebt – riesige, diesel- und strombetriebene Untertassen aus Metall, die mit ihren Heuschrecken-artigen Drohnen die Menschen von Gondal wie Getreide ernteten und aus ihnen schreiende Halb-Maschinen-Wesen machten. In grausigen Körperfabriken verarbeiteten sie ihre Gefangenen zu einfachen Arbeitskräfte, Infanteristen und anscheinend sogar Strategen mit Kreativität, die den Erntemaschinen anscheinend fehlte. Die Völker von Gonald wehrten sich, verzweifelt und nur wenig erfolgreich, mit zahllosen Toten, am Ende jedoch siegten sie. Die Muttermaschine versank nach einer entsetzlichen Schlacht im Meer, ihre Töchter wurden bis zur letzten abgeschossen und zerlegt.

Jedes Jahr gedenkt man heute diesem Sieg und was er kostete. Die Wunden sind seitdem verheilt, die Städte wiederaufgebaut und inzwischen bereitet man sogar Expeditionen zum Ursprungsort der Erntemaschinen vor, um endlich Antworten zu erhalten. Da finden ein paar Schatzsucher in einem Sumpf ein bisher unentdecktes Erntemaschinenwrack: Es ist schwer beschädigt, aber noch betretbar, kleiner, aber schöner, stabiler und von weit höherer Technologie als die anderen. In seinem tiefsten Inneren schlägt sogar ein Herz aus Rohren und Kupferdrähten, das anscheinend durch einen Granateneinschlag vom Rest des Schiffes getrennt wurde. Das zumindest finden die Schatzsucher noch heraus, bevor sie es aus Versehen wieder damit verbinden.

Und damit die Büchse der Pandora öffnen: Das Herz schützt sich auf der Stelle durch ausfahrbare Panzerplatten, die Erntemaschine erwacht zum Leben, beginnt sich zu reparieren und abzuheben, noch bevor die Schatzsucher entkommen können. Schnell wird ihnen bewusst, dass sie hier Fremdkörper sind und dass längst Kräfte mobilisiert werden, um sie entsprechend zu entsorgen. Gleichzeitig scheint diese Spezialmaschine auf das Mutterschiff zuzuhalten und dafür Hunderte Reparaturarme vorzubereiten. Der Auftakt einer neuen Invasion?

Du weißt, wie es weitergeht!

Aber: Überlege dir hier eine Auflösung! Können die Schatzsucher vielleicht herausfinden, wer die Erntemaschinen gebaut hat und warum sie sich auf die Menschen gestürzt haben? Versuche, wenigstens die Andeutung einer Antwort zu geben! Ach ja, ein „Sie haben ihre Schöpfer umgebracht!“ ist zu einfach. In der Literatur ist das schon seit den 80ern ausgelutscht.




Eine Anti-Utopie: Stell dir eine Stadt vor, futuristisch, dunkel, verregnet, glühende Neonröhren, künstliche Farben; die Bäume in den Alleen sind allesamt nur noch aus Plastik. Mensch und Maschine haben in dieser Metropole längst eine Verschmelzung erlebt: Fast jeder trägt einen Speicherkern im Gehirn und hört seine Musik direkt in das Klangzentrum appliziert; Bauarbeiter stemmen übermenschliche Lasten mit mechanischen Armen und nahezu jeder Bürger hat in seinem Nacken ein joy wire sitzen, einen Chip zur Kontrolle seiner Emotionen. Dieser hat alle Drogen obsolet gemacht. Die allermeisten Menschen steigen nach Feierabend in ihre rückenergonomische Träumerliege, schalten ihr joy wire auf volle Kapazität und versetzen sich per Knopfdruck in alle Arten von Zuständen: Betrunken, high, in die Ekstase nach einem Orgasmus oder auch einfach nur in einen Zustand der endlosen Glückseligkeit. Der aktuelle Hit des Monats: High wie nach einer schweren Kohlenmonoxidvergiftung. Das Gefühl der Einsamkeit oder ein schlechtes Gewissen lassen sich übrigens auch einfach abschalten.

Laut Noir, heute ein Hacker und Anarchist, war früher nicht anders. Immer einsam, dafür immer glücklich, bis ihm eine Unverträglichkeit zum joy wire diagnostiziert wurde. Seitdem sieht er die Welt wieder mit ungetrübten Augen, wie die Natur zu Grunde geht und der Mensch per Knopfdruck wegsieht, wie sich die Welt selbst in den Untergang lacht. Das will er ändern. Nicht, indem er alle joy wires einfach lahmlegt (damit würde er nur die Uhr zurückdrehen), sondern umprogrammiert und den Bewohnern ein Gewissen plus dazugehöriges Bewusstsein für Konsequenzen und eine Abneigung gegen zu intensive Zerstreuung, kurz: einen „Gewissenscocktail“ einpflanzt. Dazu wiederum muss er in die Serverzentrale einbrechen, was er seit Jahren ins Detail geplant hat. Als er schließlich von einem dubiosen Bekannten ein militärisches Omni-Ice, ein kabelloses Hacking Tool für Infiltrationszwecke, erhält, schreitet er zur Tat.

Laut Noir muss – zusammen mit dem Autoren, der ihn schreibt – kreativ werden. Hier gebe ich nur grobe Ideen, so dass jeder seinen eigenen Ethan Hunt entwerfen kann: Vielleicht schmuggelt sich Laut Noir mit einem ferngesteuerten Lieferwagen hinein, vielleicht kann er sich als der Sohn eines Vorstandsmitglieds ausgeben, indem er dessen Profil in den Sozialen Netzwerken verändert. Im Firmengebäude geht es ähnlich weiter: Mal muss Laut Noir z.B. eine Mikrowelle hacken und den Inhalt, eine Fünf-Minuten-Terrine platzen lassen, um einen Sicherheitsmann abzulenken, gleich darauf schaltet er die Toilettenspülung auf den Mitarbeiterklos ab oder lässt die Klimaanlage in einer Abteilung für arktische Temperaturen sorgen, damit eine Nachteule von Mitarbeiter seinen Platz räumt, verschließt oder öffnet Türen, verschickt falsche Nachrichten, flirtet mit dem Account eines Abteilungsleiters mit einer Mitarbeiterin. Ob diese Hacks realistisch sind, spielt keine Rolle (reale Hacks sind langweilig, wirklich langweilig) – sie sollen nur kreativ sein und von dir, dem Schreiber, jede Menge problemlöserisches Denken erfordern. Und wenn es ein Colaautomat ist, der seine Zuckerwasserkartuschen wie Patronen abfeuert, um einen Nachtwächter auszuknocken.

Laut Noir erreicht selbstverständlich das Serverzentrum, tief unter dem Konzerngebäude, und dringt digital in die joy wire-Aktivitäten ein. Er sieht Millionen von Namen und deren künstlich induziertes Emotionsprogramm, von „Durchdringendes Glücksgefühl“ bis „Orgasmischer Schmerz“ und findet schließlich sogar sich selbst auf dieser Liste. Und erschrickt. Sein Chip ist immer noch aktiv! Jemand hat ihn nur darauf programmiert, aus Laut Noir zu einem Anarchisten zu machen – mit einer gruselig genialen Emotionsmix aus Drang nach Einsamkeit, Depression durch Einsamkeit, Angst vor herrschenden Strukturen, Abneigung gegenüber gesellschaftlichen Normen und einer ganz gezielten Sabotagelust gegen das joy wire. Das er nun hier steht, ist das Werk von jemandem hinter dem Glückskabel. Er ist Kugel, die man sich selbst in den Kopf schießt. Als diese bringt er seinen Auftrag auch zu Ende, appliziert den „Gewissenscocktail“ und flieht. Eine Welle an Depressionen und Seufzern bricht über die Stadt herein.

Den Epilog, damit meine ich einen Absatz, überlasse ich dir! Geht der Plan auf? Öffnet es den Menschen die Augen? Oder versinken sie in kollektive Depressionen, bevor der Normalzustand wiederhergestellt wird? Und findet Laut Noir vielleicht sogar denjenigen, der ihn zum Gesellschaftskritiker wider Willen machte? Als dunkler Schatten, der schon in seiner Wohnung wartet. Sag du es mir!




Zuerst ein paar Bildungslücken schließen: Das sogenannte Fermi-Paradox fragt, warum wir eigentlich kein Signal einer außerirdischen Zivilisation empfangen bzw. warum da keine anderen intelligenten Spezies in unserer stellaren Umgebung sind. Es gibt genügend erdähnliche Planeten, die auch genug Entwicklungszeit hatten – also wo bleiben bitte die Aliens? Die Wahrheit ist: Allein die Reise zum benachbarten Sonnensystem braucht Generationen und jedes Radiosignal ist schon nach wenigen Lichtjahren unidentifizierbar (Quelle: What if, Randall Munroe). Eine andere Erklärung dafür, die direkt aus Hollywood stammen könnte, spricht von einer extrem aggressiven Spezies, die einfach alles, das irgendwie nach bewusstseinsfähigem Leben aussieht, ausradiert. Warum auch immer. Das Szenario ist jedenfalls eine Geschichte wert:

Schreiben wir doch einmal mehr die gute, alte Büchse der Pandora: Zuerst staunen die Techniker der NASA noch. Als ihr neuester Mars-Rover einen Stein mit regelmäßiger, unnatürlicher Oberfläche findet, vermuten sie die Spuren intelligenten Lebens und behalten sogar Recht. Leider. Ihr Roboter untersucht den Kiesel und bricht ihn auf. Da beginnt er zum Leben zu erwachen und sich zu bewegen. Wenig später bricht der Kontakt zum Rover ab. Jeder im NASA-Kontrollzentrum hat schnell seine eigene Theorie, die Vertretung des Militärs weiß es jedoch bereits besser: Dieser Stein bestand aus schlafenden Destruenten, also mikroskopisch kleinen Von-Neumann-Maschinen (sogenannten Naniten), die jede organische Materie und jede Technologie auf einem Planeten zersetzen und sich dabei unendlich vermehren. Ist eine Welt ausgelöscht, wie sie es wohl mit dem Mars getan haben, reisen sie weiter, auf der Suche nach neuen Opfern, und hinterlassen ein paar Millionen ihrer Art als Todesfalle. In diese ist die Menschheit nun getreten.

Und tatsächlich: Nur wenige Tage später stürzen, anscheinend auf dem Mars gebaute, Sporenschiffe auf die Erde und entlassen schwarze, alles verschlingende Wolken. Ganze Länder beginnen sich aufzulösen. Die Apokalypse beginnt …

Erzähle aus der Sicht der Menschheit vom Einfall der Destruenten! Was geschieht mit den Orten, wo sie einfallen, alles auflösen und nur Mondlandschaft hinterlassen. Wie fühlt es sich an, zersetzt zu werden? Wie reagiert die Menschheit? In den befallenen Ländern und weltweit? Gib vielleicht auch der Mathematik eine Chance: Wie schnell breiten sich Destruentenwolken aus? Wie lange würde es dauern, bis sie die letzte, lebende Zelle zersetzt hätten?

Doch dazu kommt es nicht (oder doch? Du bist der Herr dieser Erzählung): In der zweiten Hälfte der Geschichte, als nur noch ein Drittel der Weltbevölkerung existiert und die Erde selbst nach einem Sieg unbewohnbar wäre, gelingt es einem Wissenschaftler die Naniten umzukehren. Sie können nicht nur zerstören, erkennt er, sondern auch errichten, sich selbst und Raumschiffe und genau genommen jede beliebige Materie, solange sie wissen, wie. In seiner Verzweiflung injiziert er Hunderten unfreiwilligen Versuchspersonen umprogrammierte Destruenten, bis einer überlebt und als erster Nanomant wiederaufersteht. Dieser – die Haut so grau wie die Naniten, die nun sein Blut ersetzten – kann „seine“ Roboter instinktiv kontrollieren, mit ihrer Hilfe in Minuten Strukturen wie Gebäude errichten und den Destruenten ernsthaft Konkurrenz machen. Er vermehrt sich, verwandelt andere in Nanomanten und erklärt dem außerirdischen Feind den Krieg. Die Nanomanten stellen sich dabei als deutlich klüger und taktischer heraus, als eine schwarmgeleitete Wolke; die Destruenten sind jedoch immer noch zahlreicher. Blitze schlagen dort ein, wo Destruenten- und Nanomantenschwärme aneinander reiben. Feuerwände jagen bis in die obere Stratosphäre, wenn die Schlachten toben. Ein globaler Krieg der Maschinenwolken, den die Menschheit aber gewinnt.

Doch zu welchem Preis? Die Erde ist beinah unbewohnbar, zwei Drittel der Landmasse sind zu sterilisierter Mondlandschaft zurückreduziert worden. Dazwischen gibt es die letzten Städte der Menschen; wilde Naniten (die Roboter gefallener Nanomanten), die mit einer eigenen Evolution beginnen und natürlich die Nanomanten selbst, überlegende Supermenschen, die sich von ihren einstmaligen Artgenossen sicherlich nicht an die Leine legen lassen wollen. Der Kampf um die Menschheit ist nur dem Kampf um die Menschlichkeit gewichen.

Zumindest in meiner Idee. Wie sieht deine aus?




Die nahe Zukunft: Die Menschheit entwickelte schließlich den langersehnten Überlichtantrieb und begann mit der Erforschung des Weltraums. Besonders beliebt dabei, sind die sogenannten Typ-Null-Welten, erdähnliche Planeten auf denen sich erdähnliches, auf Kohlenwasserstoffverbindungen basierendes Leben lebt. Die Erstuntersuchung solcher Welten ist u.a. Aufgabe der ISO Baker, Forschungsschiff der Kenneth-Hurai-Koalition und Haupthandlungsort der Geschichte. Zu Beginn erforscht sie den Planeten Niebieski (ein Spitzname, dem ihm der Kapitän gab), eine besondere Typ-Null (also, die ohnehin schon an sich besonders und selten sind): Niebieski ist alt, über 14 Milliarden Jahre, was der Tatsache geschuldet ist, dass er um einen besonders stabilen Weißen Zwerg kreist. Das Leben dort gelang leider nicht der Sprung zum Bewusstsein, dafür aber zu extremer Anpassungsfähigkeit: Die größtenteils amöbenartigen Bewohner von Niebieski können sich miteinander zu neuen Lebensformen verbinden, ähnlich irdischen Koloniequallen, was sogar für Beute und Fressfeind gilt, wenn es notwendig ist.

Eben genau das wird jedoch der Besatzung zum Verhängnis.

Kosmosnaut und Bordbiologe Valeriy untersucht im Labor (dummerweise ohne Schutzanzug) einige Proben von erlegten Landquallen, als aus einem Muttertier ein noch lebendiges Junges schlüpft, dem Untersucher an den Hals fällt und mit ihm den „Vereinigungsprozess in Notsituationen“ vollzieht. Noch bevor jemand eingreifen kann, gräbt es sich durch sein Fleisch ins Rückenmark und beginnt mit ihm zu verschmelzen. Die Besatzung und der Bordarzt können nichts für ihn tun, Antibiotika schlägt nicht an und ein chirurgischer Eingriff kann nur die Verdauungsorgane und Fettreserven des Wesens entfernen, nicht aber die Nervenzentren, die sich bereits mit seinen vereinen. Und bis zur nächsten Raumstation mit der dafür notwendigen OP-Ausrüstung ist es viel zu weit. Valeriy wird unrettbar eins mit der Kreatur.

Beschreibe diese Metamorphose aus seiner Sicht, vielleicht sogar aus der Ich-Perspektive und entscheide selbst: Wird er zu etwas Größerem, Klügerem, das bald schon der Besatzung überlegen ist und mit deren Ängsten und einfältigem Wesen zu kämpfen hat? Oder macht ihn der Symbiont zu einer Bestie, befreit ihn von allem Zweifel und reduziert ihn Stück für Stück zu einem Monster, das in seinen Kameraden eher Nahrung als Freunde sieht. Oder sieht er in ihnen auch bald Eigenschaften, die er sich selbst hinzufügen sollte? Erzähl du mir, ob auf Niebieski der Transhumanismus neu definiert wird oder wird ein anderes Raumschiff dem letzten Hilferuf der ISO Baker nachgehen müssen? Aber bitte: Sei kreativ! Das Monster, das eine Besatzung frisst, ist so alt wie der erste Reißzahn.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen