Liebeszauberseelenheil

Maximilian Wust - Liebestranktherapie

Liebeszauberseelenheil
Eine Fantasy-Komödie von Maximilian Wust
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NOCH SECHS EICHEN.

Solange würde Talesus Starn noch brauchen, bis er wieder daheim war. Er beschleunigte seinen Schritt. Noch sechs Eichen und all seine Probleme wären Vergangenheit.

Das mit den Eichen hatte er sich selbst ausgedacht. Schon als Kind war ihm aufgefallen, dass die Eichen und nur die Eichen im Schmerbelgwald in immer gleichen Abständen zueinander standen. Sie formten keine Grüppchen wie Tannen oder Kreise wie Schwammerl oder Mauern wie Dornschlingen, sondern wuchsen im immer gleichen, gebührenden Abstand zur jeweils nächsten ihrer Art. Aus einem unerfindlichen Grund. So kam es, dass Starn schon als Bub die Strecken nicht in Fuß oder Ellen oder Mannslängen oder Radquietschern zählte – so wie die Omama Trakel –, sondern in Eichen. Als er das den anderen Kindern aus dem Holzfällerdorf erzählte, lachten sie ihn aus …

Er passte niemals wirklich in die kleine Gemeinschaft tief im Wald. Wo die anderen das Weitspucken übten, fragte er sich, warum der Himmel blau ist und wo er bereits mit fünf Wintern jede Pflanzenart kannte, sagten sogar noch die Erwachsenen „der Stinkepilz mit der braunen Kappe“ oder „diese blaue Blume, die an Sträuchern wächst“, wenn ein Gewächs keinen Zweck hatte – wie essbar zu sein. Es gelang ihm nie, genau zu beschreiben, was ihn von allen anderen unterschied. Er wusste nur, dass sie darüber lachten.

Das hatten sie auch getan, als er mit zwanzig Jahren später verkündete, bis tief in den Schnortensumpf vorzudringen. Erst, als er es wirklich tat, verstummte ihr Gelächter.

***

Noch fünf Eichen.

Dass er das nicht nur zu verkünden wagte, sondern auch wirklich in die Tat umsetzte, hatte ihn selbst überrascht. Aber er musste. Jeder, der gesehen hatte, was er sah und gewusst hätte, was er wusste, wäre vermutlich dorthin aufgebrochen.

Am Anfang dieses Entschlusses stand Ludas, der alle Gesetze gebrochen hatte, die Starn bis dahin als unanfechtbar gesehen hatte. Nicht die Gesetze der Menschen, die sie häufiger brachen als einhielten, sondern die Gesetze der Natur oder genauer, die des Schicksals. Ein Straßenbettler wird niemals eine Prinzessin heiraten, ein Soldat allein keine Armee besiegen und ein einzelner Mann keine Burg bauen. Aber Ludas hatte das geschafft. Er war dem Gefängnis des Schicksals entkommen und dabei nicht nur die Mauer durchbrochen, sondern gleich auch über einen Berg gesprungen – in Bildern augedrückt.

Ludas war der stille Schüchterne des Dorfes. So wie jedes Dorf einen Beliebten oder einen Verrückten hat, so hat es immer auch einen Stillen. Das war Ludas gewesen. Sein ganzes Leben lang hatte er sich versteckt, zuerst hinter dem Rock seiner Mutter und später in seiner Werkstatt. Das Einzige, das ihn von dort weglocken hatte können, waren die Tauben in seinem selbstgebauten Schlags gewesen … und Marri. Marri, das schönste Mädchen des Waldes, deren dunkle Haare im Sonnenlicht grün schillerten. Sie war derart hübsch, dass sie als Einzige vom Leben einer königlichen Mätresse träumen konnte, ohne dass sie jemand ein dummes Kind nannte. Dass Ludas sie eines Tages zur Frau nahm, hätte niemand zu erträumen gewagt. Oder für möglich gehalten.

Dass der stille Zimmermann existierte, wusste sie nur, weil er ihre Möbel gebaut hatte – ohne Bezahlung zu verlangen, natürlich. Das brachte ihm das Privileg ein, überhaupt von Marri wahrgenommen zu werden. Mehr aber auch schon nicht. Wenn sie das tat, schenkte sie ihm bestenfalls verachtende Blicke. Als die beiden dann plötzlich heirateten, da war ihr Bauch schon kugelrund, glaubten alle, sie hätte den Verstand verloren, denn selbst wenn sie ein Kind in Schande gezeugt hätte, hätte sie immer noch jeder Mann des Waldes zur Frau genommen. Oder aber, so munkelte man, Ludas habe sie verhext.

Nur Starn kannte jedoch die Wahrheit.

***

Noch vier Eichen.

Ludas kam eines Tages zu seiner Marri, als sie gerade mit ihrer Mutter die Wäsche machte und bot ihr einen Becher vom edelsten Wein des Dorfes an, den wertvollsten Besitz seiner Familie, für den sein Vater ein Leben lang hatte arbeiten müssen. Das konnte sie nicht ablehnen. Nicht einmal von einem mehr als unwürdigen Werber wie Ludas.

Starn war Zeuge. Er kam gerade mit frischem Flachs aus dem Wald und sah, wie Marri den Wein kostete. Ihr Blick sprach deutlich, dass das nichts an Ludas‘ Lage ändern würde. Als hätte sie ihm wortlos gesagt, dass sie sich vielleicht, aber auch nur vielleicht dafür bedankte, niemals aber mehr geschehen sollte. Zumindest noch für einen letzten Augenblick, denn kaum hatte sie den ersten Schluck Wein die Kehle hinuntergeschickt, starrte sie ihn auf einmal unverwandt an … bevor sie ihn küsste. Und nicht nur freundschaftlich oder heimlich oder abweisend, um sich vielleicht gerecht dafür zu revanchieren, sondern lange und innig und gierig – so ehrlich und herzlich, wie es nur jemand kann, der wirklich verliebt ist. Noch im selben Sommer heirateten die beiden – zum Erstaunen aller, die sie kannten. Und noch kennenlernen sollten.     Ludas wandelte sich in den Augen des Dorfes vom stillen Außenseiter, den kam einer kannte zum „Dea hod wos, wos koa andara hod“. Niemand wurde jemals wieder so von den Jägern respektiert und verachtet zu gleich.

Starn ahnte schon, was da für ein Zauber dahinter gesteckt haben musste und wurde ein Jahr später darin bestätigt: Ein Liebestrank, offenbarte Ludas stark betrunken, als er von Starn spontan auf einen Krug Bier eingeladen wurde. Geplant spontan, denn das süßliche, mit Kirschlikör und Wallnussschnaps versetzte Gebräu hätte sogar jeden besseren Trinker ehrlich werden lassen, ohne dass er es bemerkte. Der Mann, der seine Frau mit einem Trank verführte, war schlussendlich selbst von einem Trank verführt worden.

Und Starn hatte seine Antwort: Ein Liebestrank also.

***

Noch drei Eichen.

Die Idee vom Liebestrank war vermutlich so alt wie der erste Unglückliche, der von seiner Angebeteten einen Korb bekommen hatte und seitdem nicht totzukriegen. Jeder kannte jemanden, der schon einmal einen Liebeszauber von einem Zigeunerweib gekauft hatte, aber niemand sprach je von einem Erfolg. Dass es anscheinend doch funktionieren konnte, machte Starn davon besessen.

Ein Liebestrank! So etwas würde einfach jedes seiner Probleme lösen.

An einen zu kommen war dafür umso schwieriger und Ludas hatte großes Glück gehabt: Seine Urgroßmutter hatte nämlich sich selbst und ihre gesamte Nachkommenschaft für unausstehlich hässlich erklärt und den Liebeszauber aus der Flasche ihrem Erstgeborenen überlassen. Sollte er kein brauchbares Weib finden, so befahl sie ihm, solle er die hübscheste Frau des Landes damit gefügig machen und so den Familienfluch, nämlich die Hässlichkeit, ein für alle Mal brechen. Tausendsmal schönen wirda auch hundertsmal hässälig besiegen, lautete anscheinend ihre Order an die Kinder. Es war wohl Glück, Bescheidenheit oder wahre Liebe, die den Trank drei Generationen lang, bis zum eigentlich nicht greisligen, aber sehr schüchternen Ludas in der Familie bleiben ließ. Der Wein, das erfuhr Starn noch gleich dazu, gehörte übrigens zu einem Teil des Plans, denn Ludas’ Vater hatte wohl verstanden, dass man einer Frau nicht einfach so den Trank einflößen konnte.

Wie jedoch die Urgroßmutter an den Liebeszauber kam, konnte Ludas bis zum Schluss nicht genau beantworten. Sie wäre in das Herz der Schnortensümpfe gereist und hätte ihn dort der uralten Hexe Baba Momo abgekauft. Mehr wusste er auch nicht. Das schwor er schwer betrunken, lallend und summend auf all seine Vorfahren und Kinder, bevor sein Kopf die Tischplatte mit einem Kissen verwechselte und er sich bis Morgen nicht mehr wecken ließ.

Starn haderte. Die ganze Nacht lief er in seiner Werkstatt auf und ab und überlegte. Uralt sei diese Hexe gewesen. Was heißt uralt? Unsterblich? Ist sie heute einfach nur urälter, aber noch am Leben? Das fragte er sich und starrte in Richtung des Dornenhains, der den Schmerbelgwald vom dunklen Schnortensumpf trennte.

Zwei Tage später brach er auf.

***

Noch zwei Eichen.

Hinter den verschlungenen Wällen aus Dornenranken, in den Sümpfen, herrschte alles, was man sonst wo in die Märchen verbannt hatte.

Die dichten, mit Moder und Moos behangenen Bäume ließen kaum einen Lichtstrahl durch ihre Dächer. Am Sumpfboden herrschte immer dunkle Nacht. Unheilige Feuer tanzten über dem Wasser, Frauenstimmen sangen aus Schlünden im Unterholz und der Schlamm lernte zu gehen. Das tat er wirklich. Er wurde zu einem Schlurfer, wie in den Märchen von Omama Trakel, zu einem menschähnlichen Monster aus Wurzeln, Wasser, Erde und Moos; stark genug, um Bäume auszureißen und gierig nach lebendem Fleisch. Nur, dass ihr, im Gegensatz zu allen anderen Wesen, niemals die Puste und die Lust nach der Jagd verging. Einen ganzen Tag folgte sie Starn, grollend und heulend, durch das Moor, ein Labyrinth mit Wänden aus Bäumen und über Ruinenfelder, deren Bewohner noch versteinert in den Betten lagen oder durch die Fenster blickten. Er ließ niemals nach oder locker und es war reines Glück und eine gehörige Portion Narretei, die den Waldmann schließlich rettete. Zwischen zwei flüsternden Bäumen entdeckte er die Spuren einer Wildsau mit Frischlingen. Er folgte ihr, kreuzte ihren Weg und brachte den Schlurfer mit. Der brach sie, wie ein Brot in der Mitte durch, und fraß mit fürchterlicher Begeisterung.

Der Sumpf blieb jedoch nicht weniger gefährlich. Tausendfüßler, so groß wie Oberarme, versuchten Starn in einen hohlen Baumstamm zu zerren; in einem halb versunkenen Dorf wollten ihn Geisterfrauen zum Bräutigam nehmen, eine wiederauferstandene Kohorte aus ertrunkenen Soldaten sah in ihm einen brauchbaren Zuwachs für ihre Kavallerie, ein Baum erwachte schreiend, mit Mordlust zum Leben und dann war da auch noch diese Höhle, die keine war. Eine warme, dampfende Grotte, wo Starn eben noch ein Feuer entzünden wollte, entpuppte sich nämlich als riesige Schlange. Er konnte nur knapp entkommen, einen Herzschlag, bevor sich die riesigen Kiefer donnernd schlossen und sie die leichteste Beute ihres Lebens verschluckt hätte.

Starn hielt durch und kämpfte sich voran, indem er das nutzte, was er schon immer als seine Stärke gesehen hatte: Seinen Verstand. Er überlistete die Frauengeister, indem er eine Holzpuppe in seinen Mantel kleidete, worauf diese mit ungefähr zwanzig Gespenstern verheiratet wurde, schickte die untoten Legionäre mit derselben Puppe und einem ausgeklügelten Seilsystem in die Schlange – die sich an ihnen den Magen verdarb und erstmal nicht mehr auf die Jagd ging – und machte aus dem schreienden Baum ein schreiendes Feuer, zusammen mit einem guten Stück Sumpf, indem er eine Wolke aus fauligen Gasen entzündete. Als sich dann später die Gespensterfrauen und die Schlange um die Holzpuppe stritten, gelang es ihm sogar, seinen Mantel zurückzuholen. Dabei lernte er, dass man Schleim und Magensaft am besten mit Schlamm aus der Kleidung wäscht.

Und schließlich, nachdem er auch noch eine riesige Motte geentert und in die innersten Gefilde der Schnortensümpfe gesteuert hatte, stand er vor einer Hütte, einem Verschlag aus Brettern, Steinen, Moos und Knochen, umgeben von sitzenden Katzenskeletten, und wusste, dass er sie gefunden hatte: Die Hexe und mit ihr die Lösung all seiner Probleme.

***

Noch eine Eiche.

Baba Momo war wirklich uralt. Ihre Haut schien aus fleischgewordener Borke zu bestehen, Pilze wuchsen aus ihrer Nase und statt Haaren hingen ihr tatsächlich Spinnweben vom Kopf. Auf Starn reagierte sie beeindruckt. Ein Mensch, staunte, raunte sie. Es gibt sie noch, die Menschen?

Einen Liebestrank könne sie zubereiten, antwortete sie auf seine Frage. Seine Münzen interessierten sie jedoch wenig. Die Hexe verwandelte sie in Frösche. Wenn er ihre Arbeit in Anspruch nehmen wolle, müsse er welche zurückgeben! So einfach wäre das.

Zuerst verlangte sie von ihm, endlich die Katzenskelette im Garten zu entsorgen. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, denn die toten Katzen konnten zwar nicht mehr fauchen, aber noch genauso bös zubeißen. Er versuchte es mit seinem Beutel, aber die Katzenknochen arbeiteten sich einfach durch das Leder und setzten sich wieder vor Baba Momos Haus. Starn musste also erfinderisch sein: Wiederauferstandene Soldaten, Frauen auf Männerschau und jetzt Katzen? Dann war vielleicht auch die Lösung aus einem Katzenmagen zurückgekehrt. War sie auch! Starn fing eine genauso tote Maus, lockte damit die Katzenhorde an und schickte sie in die riesige Schlange. Danach musste die menschenfressende Riesenkröte im Teich weg – und ging in auch die Schlange, jetzt wieder mit der Holzpuppe als Köder. Die giftigen Schleimpilze ausrupfen – und in die Schlange. Den Kadaver der an giftigen Schleimpilzen gestorbenen Riesenschlange entsorgen – kein Problem, so konnte er sogar den hungrigen Schlurfer beschäftigen, für Jahrzehnte, anstatt sich auf der Rückreise vor ihm fürchten zu müssen.

Einen Monat lang löste er für Baba Momo Probleme, erledigte kleine Aufgaben oder half ihr im Haushalt. Ihr Geschirr, das sie aus Versehen zum Leben erweckt hatte, schlug er tot, ihre Tränke sortierte er nach Farben, ihre Mumien nach Größe, ihre Spinnen nach Giftigkeit. Das gefiel ihr besonders gut. Sie lobte ihn sogar zum ersten Mal, bevor sie sich zwei hübsche, blutrote Totenkopfspinnen an die Ohren hing.

Bei ihr zu leben war sogar ganz angenehm, wenn man sich einmal an den Sumpf, die ewige Dunkelheit und das regelmäßige Geheul wiedererwachter Moorleichen gewöhnt hatte. Starn hätte niemals geglaubt, dass ein Froscheintopf sogar sehr gut schmecken kann und die Decken aus Spinnenseide waren warm, wenn auch etwas klebrig.

Am Ende ihrer gemeinsamen Zeit verlangte die Hexe einen letzten Preis: Seine erstgeborene Tochter. Wenn er einwilligte, würde sie die Hexe an ihrem 16. Geburtstag aus dem Bett stehlen und zur Schülerin machen. Baba Momo gab auch zu, dass dieser Preis für einen Liebestrank etwas hoch war, aber sie hatte sich wohl an die Gesellschaft gewöhnt, die ihr Starn geboten hatte. Das war jedoch nicht möglich, erklärte er. Wegen Unfurchtbarkeit hatte sich schon sein letztes und einziges Eheweib von ihm getrennt. Na gut, dann ein Jahr seines Lebens. Das zahlte er gern.

Kaum hatte er zugestimmt, saugte sie es ihm aus. Es war, als würde sich etwas kaltes Wurzelartiges in seine Brust graben und seine Wärme trinken. Ein ganzes Jahr lang, das aber in nur wenigen Momenten verging. War es vorbei, drückte sie ihm den Liebestrank in die Hand. Flöße ihn deiner Angebeteten ein, erklärte die Waldfrau, und sorge dafür, dass sie dir drei Herzschläge lang ins Auge sieht. Dann ist sie dein. Bis zu ihrem letzten Atemzug!

Starn und die Hexe verabschiedeten sich als Freunde. Sie schenkte ihm noch einen Talisman für eine sichere Rückreise, er wollte gerade gehen, da kam ihr noch ein Einfall: Sie verwandelte sich noch schnell in eine schöne, vollbusige Jungfer und er schnaxelte ihr die Spinnweben raus. Unermüdlich, von einem Abend bis zum nächsten. Und dann noch einmal. Und noch einmal.

***

Eine Woche später passierte er die letzte Eiche vor seinem Haus.

Die Nacht war schon über den Schmerbelgwald hereingebrochen, im Dorf die meisten Menschen längst schlafen gegangen und wer zufällig noch am Wegesrand stand, benötigte wohl einen Moment, um unter dem mit Schlamm, Moos und Käfern bedeckten Wanderer den neunmalklugen Starn zu erkennen. Starn?, fragte jemand. Der hat’s durch die Schnortensümpfe geschafft!, bemerkte der beliebte Jäger Reran. Die Kröbelbolde haben ihn nicht zu Kleidung verarbeitet!, verkündete der verrückte Molle, der jedem glauben machen wollte, dass es Kröbelbolde gab. Unser Starn!

Dieser lief zu seiner Werkstatt. Drinnen befreite er sich von seinem Mantel, gleich auch noch von all seinen Kleidungsstücken, zog das Fläschchen mit dem magentafarbenen Liebestrank aus der Tasche und stürmte die Treppe hinauf. Entschlossen, wie nie zuvor.

Sein Leben lang waren seine Ideen ignoriert worden. Nicht, weil sie schlecht waren, sondern weil er sie ausgesprochen hatte. Das war ein Teufelskreis: Er hasste sich, weil niemand an ihn glaubte und niemand glaubte an ihn, weil er sich selbst hasste. Wer kein Vertrauen in sich selbst hat, kann den besten Witz reißen und es wird trotzdem niemand lachen. Er kann tiefgreifende Weisheit von sich geben und trotzdem wird kein Zuhörer fasziniert sein. Aber damit war jetzt Schluss!

Talesus Starn postierte sich nackt und schmutzig vor sein größtes Kleinod, einen mannshohen Bleispiegel, schluckte den Liebestrank und sah sich lange genug in die Augen.

Danach ließ er sich von niemandem mehr aufhalten, nie wieder.

 

— Maex, 2008

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